Erstellt am 25. Juni 2012, 14:19

Grippemasken: "profil" kontert Rauch-Kallat. Das Hick-Hack zwischen dem Nachrichtenmagazin "profil" und der früheren ÖVP-Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat um die Beschaffung von Grippemasken im Jahr 2006 geht weiter.

 Rauch-Kallat betonte ja, dass sie selbst oder ihr Ministerium "nie einen Auftrag an die Firma Dräger" erteilt hätten, welche die Masken seinerzeit lieferte. "profil" widersprach dieser Darstellung am Montag. Rauch-Kallat hatte angegeben, das Ministerium habe lediglich "Verhandlungen zwischen großen Handelsketten und möglichen Schutzmaskenlieferanten initiiert", eine Vergabe habe es keinesfalls gegeben. "profil"-Recherchen hätten aber das Gegenteil ergeben: Der frühere Kabinettschef von Rauch-Kallat, Clemens Martin Auer, habe vergangenen Donnerstag gegenüber dem Magazin ausgesagt, er selbst habe die Verhandlungen "3M und Dräger" geführt. Die Anbieter seien "über eine Marktforschung ausfindig gemacht und für geeignet erachtet" worden.

Weiters verwies das Magazin auf einen Rechnungshofbericht aus dem Jahr 2008, in dem das Kontrollorgan anmerkte, dass "die Auswahl der Hersteller durch das Gesundheitsressort nicht dokumentiert und daher nicht nachvollziehbar" gewesen sei. Rauch-Kallat kündigte am Sonntag eine Klage gegen "profil" wegen übler Nachrede und Kreditschädigung an.

Laut dem Magazin stand Rauch-Kallats Ehemann, der Lobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly, zum Zeitpunkt, als seine Frau Ressortchefin war und Österreich die Masken bestellte, auf der Payroll des deutschen Herstellers Dräger. Und auch er selbst wehrte sich gegen die Vorwürfe. Das Honorar von Dräger habe er ausschließlich für Projekte in Osteuropa erhalten, die Leistungen seien genau dokumentiert.