Erstellt am 05. April 2013, 12:23

Größte Lohnschere bei Frauen mit kleinen Kindern. Frauen mit kleinen Kindern leiden am meisten unter der Gehaltsschere, darauf hat die Arbeiterkammer am Freitag zum Equal Pay Day hingewiesen.

Die Einkommensnachteile stehen in engem Zusammenhang damit, dass die Kinderbetreuung vor allem bei den Müttern liege, erklärte AK-Vizedirektorin Alice Kundtner. Frauenministerin Heinisch-Hosek kündigte an, sich weiter für Einkommensgerechtigkeit einzusetzen.

Schon zum Berufseinstieg müssten Frauen sich mit zwei Drittel der Männereinkommen begnügen, so Kundtner: "Einen regelrechten Einkommenseinbruch erleben aber Frauen in dem Alter, in dem sie zumeist Kinder zur Welt bringen und die Betreuung am intensivsten ist." Bei den 35- bis 39-Jährigen erreichen Frauen nur mehr die Hälfte der Männereinkommen: "Die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie muss daher bei den Verhandlungen über eine neue Familienförderung berücksichtigt werden."

Laut AK gibt es bei der Lohnschere in der Altersgruppe der 35- bis 39-Jährigen große Unterschiede zwischen den Bundesländern. Besonders schlecht sei die Situation für Frauen in Vorarlberg, die in dieser Altersgruppe weniger als 38 Prozent der Männereinkommen erreichen. In Wien erhalten Arbeitnehmerinnen dieser Altersgruppe immerhin 71 Prozent der Männerverdienste.

Frauenministerin Heinisch-Hosek erklärte, sich weiter für Einkommensgerechtigkeit einzusetzen. Unter anderem werde sie die Sozialpartner und den Koalitionspartner im Frühsommer zum Gespräch laden und sich Best-Practice-Beispiele in Unternehmen ansehen. Reden möchte sie etwa auch über eine Ausdehnung der Einkommensberichtspflicht auf kleinere Firmen.

Das BZÖ ortet die Ursache des Einkommensunterschieds bereits in der Berufswahl, da Frauen oft in weniger gut bezahlten Jobs wie in der Pflege, im pädagogischen Bereich oder im Handel arbeiten. Auch die Grünen kritisierten den "absoluten Stillstand" bei der Einkommensgleichheit. Sie forderten einen gesetzlichen Mindestlohn und verpflichtende Frauenförderpläne.