Erstellt am 21. März 2012, 13:24

Große Mängel bei Lehre an Hochschulen. "Großen Handlungsbedarf" an den heimischen Hochschulen leitet die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) aus den ernüchternden Ergebnissen einer SORA-Studie zum Thema "Qualität der Lehre" ab.

Die repräsentative Befragung von mehr als 6.500 Universitäts- und Fachhochschulstudenten habe demnach große Mängel im Bereich der Didaktik aufgezeigt.

Die fachlichen Kompetenzen der Lehrenden werden in der Befragung zwar von 90 Prozent der Studenten als gut bewertet, ihre didaktischen Fähigkeiten aber kritisiert. 42 Prozent beichnen sie als mangelhaft, so Elke Larcher von SORA am Mittwoch bei der Studienpräsentation.

Kritikpunkte der Studenten reichen dabei von fehlendem Feedback über intransparente Leistungsbeurteilung bis zur nicht geglückten Wissensvermittlung und Motivation durch Lehrende über Lehrveranstaltungen hinaus. Nur ein Viertel der Studenten sehen demnach ihre Bedürfnisse und Interessen mehr oder weniger im Mittelpunkt der Lehre stehen. Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH), die die Studie in Auftrag gegeben hat, fordert infolgedessen einen Paradigmenwechsel in der Hochschuldidaktik hin zum "Student Centered Learning" und eine verpflichtende didaktische Aus- und Weiterbildung von Lehrenden.

Die Arbeitsgruppe zur "Qualität der Lehre" im Rahmen des "Forum Hochschule", dem "alternativen Hochschulplan" der ÖH, sieht dabei einen einsemestrigen Lehrgang vor, der entweder vor dem ersten Lehrauftrag oder begleitend zu diesem besucht werden muss. Auch Fortbildungsmöglichkeiten sollen zu einer "studierendenzentrierten, interaktiven, problemlösungsorientierten, forschungsgeleiteten Didaktik" führen, so Koordinatorin Iris Schwarzenbacher (VSSTÖ). Lehrveranstaltungsevaluierungen, die laut dem stellvertretenden ÖH-Vorsitzenden Martin Schott (FLÖ) derzeit sehr intransparent durchgeführt werden, sollen ebenso Aufschluss darüber geben, ob bei einem Lehrenden zusätzliche Weiterbildung angebracht ist.