Erstellt am 22. Juli 2011, 10:31

Großes Aufatmen nach Griechenland-Gipfel. Die Sorgen um die Euro-Schuldenkrise hatten in den vergangen Monaten große Unsicherheit auf den Finanzmärkten geschürt. Jetzt entspannt sich die Lage: Weltweit steigen die Kurse, der Euro legt zu. Mit großer Erleichterung haben die Finanzmärkte am Freitag auf das Rettungspaket zur Stabilisierung des Euro reagiert.

Die Staats- und Regierungschefs der 17 Euro-Länder hatten sich am Vortag auf einem Krisengipfel in Brüssel auf ein neues Maßnahmenbündel für Griechenland geeinigt - erstmals mit Beteiligung der Banken. Dies kam an den Märkten gut an, auch die Ausweitung der Stützung für andere Euro-Krisenländer wurde begrüßt. Der Euro schoss kräftig in die Höhe und stabilisierte sich Freitagfrüh bei der Marke von 1,44 Dollar - im Zuge der Einigung gewann die Gemeinschaftswährung damit etwa vier Cent.

Die Gipfelbeschlüsse beflügelten auch die Aktienmärkte. In Asien kletterte die Tokioter Börse auf ein Zweiwochenhoch. An den anderen großen Finanzplätzen in Fernost, so in Hongkong, stiegen die Kurse ebenfalls deutlich. Auch der deutsche Aktienmarkt startete mit Gewinnen.

Nach Ansicht des Chefökonomen der Bank Austria, Stefan Bruckbauer, wird das Notfallpaket für das schuldengeschüttelte Griechenland in den Augen der Ratingagenturen wohl ein Zahlungsausfall sein. Rein technisch sei das aber nicht das Problem. Positiv sei, dass man sich beim Gipfel entgegen der deutschen Idee, die Griechen-Krise auszusitzen, auf einen Deal verständigt hat. Wichtig sei, dass man die Zinsen reduziert habe, "wenn auch nur wenig" und dass der Euro-Rettungsschirm neue Waffen bekommt und eine Art "Währungsfonds" für Europa werden soll. "Das hätte man schon viel früher machen müssen, da hätte man sich Portugal oder auch Irland erspart", sagte Bruckbauer.