Erstellt am 04. Oktober 2013, 14:05

Grosz will Neuaufstellung schnell abschließen. Tatendurstig verkündete der neue geschäftsführende Obmann Gerald Grosz am Freitag in Graz den weiteren Fahrplan für die Neuaufstellung des bei der Wahl am vergangenen Sonntag aus dem Parlament geflogenen BZÖ.

Am 19. Oktober gibt es in Oberösterreich einen Bundeskonvent, bis dahin soll die personelle Neuaufstellung abgeschlossen sein. Mit den Kärntner Abgeordneten ist am Montag in Gespräch geplant.

Konsequenter Weg in Richtung "moderne Mitte"

Nach einer ruhigen Nacht – "Acht Stunden Parteiobmann ohne Messer im Rücken" – ist Grosz am Tag nach der Übernahme der Orangen wieder vor die Presse getreten. Die Neuaufstellung werde mit aller Konsequenz durchgezogen ("Ich bin kein Weichei- ich möchte nicht wieder mit einem Kompromiss beginnen"); programmatisch wolle er den rechtsliberalen Weg einer "modernen Mitte" fortsetzen, strukturell sei man zu sehr in den Trott der Altparteien verfallen, was er nun ändern wolle.

So seien die sozialen Netzwerke besser zu nutzen, wie es die NEOS vorgemacht hätten. Über seinen Vorgänger Josef Bucher ließ Grosz - im Gegensatz zu den am Donnerstag ausgeschlossenen Ewald Stadler und Stefan Petzner - nichts kommen, er werde auch im Boot bleiben, wenn auch ohne Funktion.

"Pfennigfuchser" Bucher habe gute Finanzen übergeben

In Kärnten werde er am Montag mit den Abgeordneten Johanna Trodt-Limpl und Wilhelm Korak eine gemeinsame Lösung suchen, darüber hinaus habe ihm Claudia Haider ihre Unterstützung "nicht mit Tat, aber mit Rat" zugesagt. Finanziell habe er von "Pfennigfuchser" Bucher ein gut bestelltes Haus übernommen, "wir sind kampagnenfähig", persönlich beziehe er noch bis Monatsende sein Abgeordnetengehalt, könne aber auch gut von seinem Schmuckgeschäft in Deutschlandsberg leben.

Der geschäftsführende Landesparteiobmann der Kärntner BZÖ Sigisbert Dolinschek verteidigte am Freitag in Klagenfurt indes den Ausschluss Stefan Petzners durch die Bundespartei. Der orange Landtagsabgeordnete Wilhelm Korak verlangte hingegen die sofortige Einberufung eines Landesvorstandes, der über den Ausschluss Petzners befinden soll. Geht es nach Korak, könnte Petzner Mitglied der BZÖ-Landespartei bleiben.