Eisenstadt

Update am 18. Mai 2017, 15:40

von Wolfgang Millendorfer

Glawischnig-Rücktritt: Reaktionen aus dem Burgenland. Eva Glawischnig ist als Bundessprecherin der Grünen zurückgetreten. Nach einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz am Donnerstagvormittag gab es bald erste Reaktionen aus dem Burgenland.

Eva Glawischnig mit dem Burgenland-Team, allen voran Landessprecherin Regina Petrik (2.v.l.), bei den letzten Wahlkämpfen
 
 |  Wolfgang Millendorfer

Grünen-Landessprecherin Regina Petrik:

„Eva Glawschnig hat der österreichischen Politik eine besondere Note verliehen, die noch lange nachwirken wird: Der unermüdliche Einsatz für den Klimaschutz, das Engagement für echte Bildungsreformen, das Eintreten für die Schwächsten in unserer Gesellschaft, der konsequente Kampf gegen einen Rechtsruck in Politik und Gesellschaft und die unmissverständliche Grenzziehung gegen Hass und Hetze im Netz. Ebenso respektiere ich jetzt den Rückzug Eva Glawischnigs und ihre Entscheidung, rechtzeitig darauf zu hören, wenn der Körper gesundheitliche Signale ausschickt. Sie hat in den letzten neun Jahren mit vollem Elan die Grünen vorangebracht und hat nun das Recht, ihre persönliche Entscheidung über ihren weiteren Lebensweg zu treffen.“

Anita Malli, Landesgeschäftsführerin der Grünen Burgenland  |  Wolfgang Millendorfer

Grünen-Landesgeschäftsführerin Anita Malli:

„Eva Glawischnig hat meinen vollsten Respekt und ebenso ist ihre Entscheidung zu respektieren. Da der Job der Parteichefin tatsächlich an einem zerren kann, ist das für mich auch nachvollziehbar. In neun Jahren hat sie große Erfolge gefeiert, viel zur Öffnung der Partei beigetragen und war immer eine große Unterstützung für das Burgenland.“

Christian Dax, Landesgeschäftsführer der SPÖ Burgenland  |  Wolfgang Millendorfer

SPÖ-Landesgeschäftsführer Christian Dax:

„Es ist eine persönliche Entscheidung Eva Glawischnigs, die zu respektieren ist. Sie hat definitiv das politische Spektrum in Österreich bunter gemacht. Das muss man ihr, genauso wie allen anderen Parteichefs, hoch anrechnen. Es ist aber auch klar, dass die Situation der Grünen momentan eine schwierige ist.“

Thomas Steiner  |  Archiv

ÖVP-Landesobmann Thomas Steiner:

„Eva Glawischnig hat parteiintern große Fehler gemacht. Der Rauswurf der Jungen Grünen war der traurige Höhepunkt. Ich erwarte, dass es jetzt zu einem massiven Richtungsstreit kommen wird. Das Chaos bei den Grünen ist perfekt. Die logische Wahl auf Bundesebene ist und bleibt die Volkspartei mit Sebastian Kurz.“

Flora Petrik  |  NOEN, Junge Grüne

Flora Petrik, Ex-Bundessprecherin Junge Grüne:

„Auch wenn wir es nicht immer leicht miteinander hatten, hatte ich immer großen Respekt vor Eva Glawischnig und ihrem politischen Einsatz. In den vergangenen Monaten hat sich auch gezeigt, dass es nicht mehr gelungen ist, alle in der Partei zusammenzuhalten. Da gibt es auch in einigen Länderorganisationen noch Fragen zu klären. Aber jetzt sehe ich einen Anstoß, in eine neue Richtung zu denken und etwas Positives zu entwickeln. Ich glaube nämlich nicht, dass es ausreicht, wenn die Grünen bei der Nationalratswahl als ,geringstes Übel‘ gesehen werden, sondern da braucht es eine Vision.“

Michel Reimon  |  NOEN, APA

EU-Abgeordneter Michel Reimon in einem Facebook-Posting:

„Danke, Eva, für alles. Vor allem: Danke für die vielen Momente, wo du den Kopf hingehalten und persönlich Kritik und Schaden hingenommen hast, um andere zu schützen. Nicht nur einmal hab ich dich dabei beobachtet und bewundert, mit welcher Standfestigkeit du das machst. (…) Und gerade aus Respekt davor werde ich keine Silbe zu Gerüchten und Spekulationen sagen oder schreiben. Wir werden jetzt möglichst basisdemokratisch agieren und in der Partei diskutieren - wie wir es sicher nicht machen wollen, haben wir ja in der letzten Woche gesehen.“

Eva Glawischnig mit dem Burgenland-Team bei den letzten Wahlkämpfen
 
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