Erstellt am 05. April 2012, 13:09

Grüne erinnern an Frauenvolksbegehren. Die Grünen haben am Donnerstag eine triste frauenpolitische Bilanz anlässlich des 15. "Jahrestags" des Frauenvolksbegehrens gezogen. "Von den damals elf Forderungen sind vielleicht zwei auch nur in Ansätzen erfüllt", kritisierte Grünen-Chefin Glawischnig. Genervt zeigte sie sich ebenso wie die Frauensprecherin ihrer Partei, Judith Schwentner, angesichts der anhaltenden Lohnschere.

Die Grünen haben am Donnerstag eine triste frauenpolitische Bilanz anlässlich des 15. "Jahrestags" des Frauenvolksbegehrens gezogen. "Von den damals elf Forderungen sind vielleicht zwei auch nur in Ansätzen erfüllt", kritisierte Grünen-Chefin Glawischnig. Genervt zeigte sie sich ebenso wie die Frauensprecherin ihrer Partei, Judith Schwentner, angesichts der anhaltenden Lohnschere.

Einkommensdifferenzen zwischen Männer und Frauen bis zu 40 Prozent seien eine Tatsache, erklärte Glawischnig mit Hinweis auf Zahlen des Rechnungshofs. Und sie halte gar nichts davon, diesen Wert um Faktoren wie etwa Teilzeitarbeit zu bereinigen.

Das Herausrechnen der Teilzeit bedeute im Endeffekt nur "das Ausblenden von unbezahlter Arbeit", so die Grünen-Chefin. Denn Frauen gingen vor allem deswegen in Teilzeit, um familiäre Aufgaben zu übernehmen. Das Thema Teilzeit ist indes ein zweischneidiges - ein Rechtsanspruch auf Elternteilzeit wurde damals im Volksbegehren auch verlangt und ist heute teilweise - für größere Unternehmen - umgesetzt. Frauenpolitikerinnen warnen aber mittlerweile vor der Teilzeitfalle, die spätestens im Alter ein böses Erwachen in Form einer niedrigen Pension bringt.

Schwentner unterstrich in diesem Zusammenhang die Grüne Forderung nach einem "Grundsicherungsmodell im Alter" und wandte sich einmal mehr gegen eine vorzeitige Anhebung des Frauenpensionsalters, "solange es keine echte Gleichstellung gibt". Weiters auf der Grünen Agenda ist nach wie vor der Wunsch nach einem gesetzlichen Mindestlohn von 1.420 Euro brutto pro Monat.

Generell finden die Grünen, Frauenpolitik als Querschnittsmaterie müsste Thema für die gesamte Bundesregierung und "Chefsache" werden. Das Frauenvolksbegehren, das im Zeitraum von 7. bis 14. April insgesamt 644.977 Österreicher zur Unterschrift bewogen hatte, will Glawischnig auch 15 Jahre danach wieder thematisieren. Sie werde den Forderungskatalog bei der nächsten regulären Nationalratssitzung einbringen, kündigte sie an.