Erstellt am 24. April 2013, 15:13

Grüne fordern Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs. Die Grünen Burgenland fordern nach einem sogenannten Selbstversuch von Landessprecherin Regina Petrik den Ausbau und die Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs.

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Petrik versuchte, sich eine Woche lang ohne Auto im burgenländischen Alltag zu bewegen - mit teilweise ernüchternden Ergebnissen, schilderte sie am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt. Dass es im ländlichen Bereich bzw. im Burgenland vermutlich nie ohne Auto funktionieren werde, räumten Petrik und Umweltsprecherin Christiane Brunner ein. Dennoch sei die Landespolitik gefordert, Gegenmaßnahmen einzuleiten, so Brunner.

Im Zuge des Selbstversuchs sei Petrik unter anderem ein Nord-Süd-Gefälle aufgefallen. Während es in den Ballungszentren einfacher sei, öffentlich von A nach B zu kommen, sehe die Situation im Landessüden wesentlich schlechter aus. Hauptproblem sei aber nicht das zum Teil magere Angebot von Bus und Bahn, sondern besonders die Frage "Wie komme ich zur Haltestelle". Unterschiedliche Fahrpreise, keine öffentlichen Fahrpläne - auch in der Landeshauptstadt Eisenstadt - erschwerten den Umstieg von Auto auf Öffis, schilderte sie.

Petrik: "Keine Frage des Geldes, sondern von politischem Willen"

Für die Landessprecherin sei es in Ordnung, dass ein paar Strecken mit dem Pkw zurückgelegt werden, "schlimm ist es aber, dass es einem so schwer gemacht wird, öffentlich zu fahren." "Die Leute im Burgenland werden dazu erzogen, mit dem Auto zu fahren", kritisierte sie.

Eine der wichtigsten Forderungen sei nun, mit der Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs, etwa mit der Umsetzung des öffentlichen Verkehrsknotenkonzepts, Familien zumindest den zweiten Pkw zu ersparen. Dieser Ausbau sei Brunners Ansicht nach "keine Frage des Geldes, sondern eine Frage von Umschichtung und politischem Willen."

Derzeit würde man durch den weiteren Straßenausbau und Einrichtungen wie den "Landestankstellen" in eine Falle gelockt werden, die "in wenigen Jahren oder Jahrzehnten sehr, sehr dramatische Folgen haben wird." "Landestankstellen" mit günstigeren Spritpreisen seien "ein fatales Signal". Brunner sprach sich für eine Schließung aus.