Erstellt am 11. November 2013, 12:15

Grüne fordern Erleichterungen für Zuwanderer. Die Grünen fordern von den Regierungsverhandlern Erleichterungen für Zuwanderer.

Integrationssprecherin Alev Korun und die Landesrätinnen für Integration aus Tirol und Salzburg, Christine Baur und Martina Berthold, haben sich unter anderem für eine Vereinfachung des Anerkennungsverfahren für mitgebrachte Qualifikationen und ein bundesweites Startprogramm für neue Zuwanderer ausgesprochen. Etwa 19 Prozent der Menschen in Österreich haben einen Migrationshintergrund. "Das bedeutet Sprachenreichtum und einen Talentepool", betonte Korun am Montag. Dieser sei in den letzten Jahrzehnten großteils brach gelegen. Um das zu ändern, müssten Bund, Länder und Gemeinden verstärkt zusammenarbeiten.

Startprogramm für Neuzuwanderer 

Korun forderte "zwei konkrete Punkte" von den Regierungsverhandlern: Zum einen brauche es ein bundesweites Startprogramm für Neuzuwanderer zur Orientierung vom ersten Tag an. Die "Welcome Desks", die in einigen Städten eingerichtet wurden, bezeichnete sie als ersten Schritt, es brauche aber "viel mehr als einen Schalter, wo einem fünf, sechs Broschüren in die Hand gedrückt werden", meinte Korun. Sie schlug Informationsveranstaltungen unter anderem zu den Themen Wohnen, Arbeitsmarkt, Zusammenleben, Gesundheits- und Bildungssystem vor.

Außerdem sprach sich Korun für die Anerkennung von mitgebrachten Bildungs- und Berufsabschlüssen aus. Das derzeitige System sei nicht einheitlich, nicht durchschaubar und sorge für lange Anerkennungsverfahren. Es brauche eine Vereinfachung der Anerkennungsverfahren und die Schaffung eines einheitlichen Anerkennungsgesetzes, sagte Korun. Die Bewertung anstelle eines formalen Anerkennungsverfahrens müsse zudem für alle Bildungsabschlüsse, nicht nur für akademische, möglich sein.

Integration aus "dem Sicherheitseck" herauslösen

Die vor zwei Jahren eingeführte Rot-Weiß-Rot-Card sei mit den hohen Einkommenshürden so restriktiv gestaltet, dass sie "für gut qualifizierte Menschen nicht wirklich eine Einladung" darstelle. Eine "Pauschalsumme über alle Branchen hinweg" mache keinen Sinn, meinte Korun.

Die Tiroler Landesrätin Baur sprach sich dafür aus, Integration nicht als "ein losgelöstes Thema", sondern als Querschnittsmaterie zu betrachten, für die sich "alle in Politik und Verwaltung" zuständig fühlen. Das Thema Integration müsse aus "dem Sicherheitseck" herauskommen und aus dem Innenministerium herausgelöst werden. Dass Frauen oft keinen selbstständigen Aufenthaltstitel erhalten würden, kritisierte die Salzburger Landesrätin Berthold. Zudem bestehe ein großer Bedarf an expliziten Beratungsangeboten für Frauen mit Migrationshintergrund.