Erstellt am 13. Oktober 2011, 13:45

Grüne fordern geschlechtersensible Bildungsreform. Die Chancenungleichheit zwischen Frauen und Männern am Arbeitsmarkt hat ihren Anfang im Bildungssystem. Aus dieser Überzeugung heraus fordern die Grünen gemeinsam mit dem "Volksbegehren Bildungsinitiative" eine geschlechtersensible Bildungsstrategie als Teil einer "lang überfälligen Schulreform".

"Dass Buben laut PISA Lesedefizite haben und Mädchen sich nicht für naturwissenschaftliche Fächer interessieren, ist nichts Naturgegebenes", so die Grüne Frauensprecherin Schwentner. "Hier muss man im Bildungssystem bewusst ansetzen und entgegenwirken."

Wie die internationalen Bildungsvergleichsstudien PISA und TIMSS (zu Mathematik und Naturwissenschaften in der Volksschule) zeigten, haben in Österreich Buben häufig Probleme beim Lesen, während Mädchen sich in Naturwissenschaften und Mathematik schwertun, so Schwentner. In anderen Ländern gäbe es hier keine signifikanten Erfolgsunterschiede, "in Österreich dagegen werden geschlechtsspezifische Unterschiede durch das Bildungssystem verstärkt".

Um hier entgegenzuwirken, müsse sich der Unterricht an sich ändern - von Trennung der Schüler in technisches und textiles Werken für Mädchen und Buben bis hin zur "Wahrnehmungstrübung" von Lehrern, die Mädchen "noch immer seltener aufrufen als Buben" und sie tendenziell besser benoten, so die ehemalige AHS-Direktorin und Bildungsvolksbegehren-Unterstützerin Heidi Schrodt. Sie fordert neben phasenweisem geschlechtshomogenen Unterricht die Abschaffung der Ziffernnoten und die Überarbeitung von Schulbüchern, die "Frauen und Männer noch immer stereotyp darstellen".