Erstellt am 08. Mai 2015, 11:53

von APA Red

Grüne für Aktionsplan zum Umstieg auf "100 Prozent Bio". Die Grünen wollen, dass die Landwirtschaft im Burgenland bis zum Jahr 2035 zur Gänze auf "Bio" umstellt.

Mitdenken. Wer schon beim Einkauf darauf achtet Bio-Produkte zu verwenden, beginnt in diesem Moment seinem Körper Gutes zu tun  |  NOEN, BilderBox
Um dieses Ziel zu verwirklichen, brauche es einen Aktionsplan und ressortübergreifende Anstrengungen, erklärten Landtagsabgeordneter Wolfgang Spitzmüller und die Landtagskandidatin Irmi Salzer am Freitag in Eisenstadt.

"Bio vom Acker bis zum Teller"

Der Umstieg wäre wichtig, "weil es immer mehr Probleme gibt mit den Auswirkungen der Agrargifte" - ob Bienensterben, Abbauprodukte von Pestiziden im Mineralwasser oder das Herbizid Glyphosat, laut einer WHO-Studie krebsfördernd sei - so Spitzmüller. "Da müssen wir einfach weg von dieser Art der Landwirtschaft. Dass das geht, beweist die Biolandwirtschaft schon seit Jahrzehnten."

Burgenland liege bei den Bioflächen anteilsmäßig im Ländervergleich hinter Salzburg an zweiter Stelle. Leider sei der noch vor einigen Jahren herrschende Boom "eingeschlafen", meinte Spitzmüller. Er führt dies auf die "schlechtere Fördersituation" zurück und ortet zudem auf Landesebene mangelnden politischen Willen.

"Wir wollen, dass Bio im Burgenland vom Acker bis zum Teller selbstverständlich wird", sagte Spitzmüller. Dass dies machbar sei, würden andere Länder zeigen. Ein völliger Umstieg sei "natürlich nicht von heute auf morgen" möglich, so Salzer. Es brauche eine Zusammenarbeit mit den Vertretern von Landwirtschaft, Tourismus und Handel, um zu einem ambitionierten "Bio-Aktionsplan" komme.

Genug Möglichkeiten zur Forschung

Ein Vorbild könnte nach Ansicht der Grünen Baden-Württemberg sein. In dem deutschen Bundesland verfolge die rot-grüne Landesregierung seit 2012 ein "sehr ambitioniertes" Programm im Bereich Forschung und Entwicklung.

Möglichkeiten zur Forschung böten sich genug. So sei es mittlerweile in manchen Bereichen möglich, Unkrautbekämpfung mechanisch durchzuführen. Bei Forschung und wissenschaftlicher Begleitung in der Praxis könne man im Burgenland "wirklich noch einen Schwerpunkt setzen", argumentierte Salzer. Damit ließen sich Arbeitserleichterungen im Biolandbau vorantreiben.

Auch umfangreiche Bewusstseinsarbeit, etwa über ein Informationsportal, sei notwendig. An einer Strategie zum Umstieg auf Bio müssten neben dem Agrarressort auch die anderen Ressorts kräftig mitarbeiten. "Wir sind davon überzeugt, dass die Bauern und Bäuerinnen im Burgenland auch bereit dazu sind, längerfristig diesen Weg mit uns zu gehen", meinte Salzer.

"Der Wille, biologisch einzukaufen, ist sehr groß. Oft fehlt dann die Konsequenz im Laden", sagte Spitzmüller. Hier könnte man aber mit Bewusstseinsbildung und Bewerbung noch einiges erreichen.

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