Erstellt am 21. Juni 2012, 12:39

Grüne für "Schwerpunktschulen" statt Sonderschulen. Vor vier Jahren hat sich Österreich mit der Ratifizierung einer UNO-Konvention dazu verpflichtet, Kinder "nicht aufgrund von Behinderung" vom Schulbesuch auszuschließen. Die Grünen orten jedoch bis heute "Stillstand".

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Behindertensprecherin Jarmer forderte am Donnerstag erneut einen inklusiven Unterricht und die Errichtung von Schwerpunktschulen für unterschiedliche Formen von Behinderung. Seit 1993 besteht grundsätzlich die Wahlfreiheit für Eltern von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf (SPF) zwischen Sonderschul- oder Integrationsklasse. ÖVP- und Grünen-Mandatare sowie Interessensvertretungen kritisieren seit jeher das zweigleisige System, in dem es u.a. an Ressourcen, unterstützendem Personal, Weiterbildung für Lehrende und baulichen Maßnahmen für Barrierefreiheit fehle und bei dem Kinder auf der Strecke blieben.

Mit einem Inklusionsfahrplan, der die Errichtung von Sonderpädagogischen Zentren "als Anlaufstelle für Eltern, LehrerInnen und SchülerInnen" vorsieht, wollen die Grünen optimale Bedingungen für Kinder mit SPF schaffen. Erreicht werden soll das mit der Errichtung von Schwerpunktschulen: "Pflichtschule A" könne beispielsweise komplett barrierefrei für Schüler mit Mobilitätseinschränkungen geführt werden, während "Pflichtschule B" auf hörbeeinträchtige Kinder spezialisiert ist. Ziel sei die österreichweite Erreichbarkeit zumindest einer spezialisierten Schule im Umkreis von 30 Minuten, während größere Schulstandorte auch mehrere Schwerpunkte anbieten sollen.

Mithilfe von Best-Practice-Modellen wollen die Grünen bei einer Experten-Tagung der Grünen Bildungswerkstatt Wien sowie des Grünen Parlamentsklubs am Donnerstagabend ihren Forderungen einen "Feinschliff" verpassen, so Jarmer. Beim Unterrichtsausschuss kommende Woche will sie diese vorlegen und die Einrichtung eines eigenen Unterausschusses fordern.