Erstellt am 06. Dezember 2012, 10:54

Grüne kritisieren "übermäßigen" Streusalz-Einsatz. Landessprecherin Regina Petrik plädierte am Donnerstag für Feuchtsalz-Einsatz nur an Gefahrenstellen und Kreuzungen. Baudirektor Johann Godowitsch kontert: Man verwende die Mittel sowieso sehr sparsam.

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Kritik am ihrer Ansicht nach übermäßigen Einsatz von Streusalz im Burgenland kommt von den Grünen. Dieser sei zu hinterfragen, Auswirkungen und Folgeschäden für die Umwelt seien verheerend, so Landessprecherin Regina Petrik. "Wir verwenden bei unseren Streueinsätzen die Mittel sehr sparsam und nur im unbedingt notwendigen Ausmaß", erklärte Baudirektor Johann Godowitsch vom Amt der Landesregierung zur derzeit angewandten Praxis.

Streusalz rufe massive ökologische Schäden hervor und sei in vielen Fällen schlicht nicht notwendig, argumentierte Petrik. Salz schädige Böden, Pflanzen, Gewässer und Tierpfoten. Es führe zu Korrosion bei Beton, Stahl, Karosserien und wirke schädigend bei Fahrrädern und Kinderwägen.

Sie trete daher für einen Drei-Stufen-Plan ein: Auf Fahrbahnen von Nebenstraßen sollte allein die Räumung durchgeführt werden. Gehsteige und Radwege sollten geräumt und möglichst mit salzfreien, abstumpfenden Mitteln gestreut werden, die über ein Umweltzeichen verfügen. Feuchtsalz sollte schließlich sparsam nur an Gefahrenstellen und auf Kreuzungen zum Einsatz kommen, erläuterte Petrik.

Sicherheit auf Straßen und Gehwegen genieße höchste Priorität, stellte die Landessprecherin fest. "Es gibt zwar eine Richtlinie des Landes, aber keine bindenden Vorschriften, wo welche Streumittel in welcher Menge eingesetzt werden dürfen“, so Petrik: „Im Zweifelsfall landet viel zu viel des umweltschädlichen Salzes auf Straßen und Gehsteigen.“

Die vor ein paar Jahren erfolgte Umstellung von Trocken- auf Feuchtsalz bedeute eine mengenmäßige Einsparung um bis zu 70 Prozent, erläuterte Baudirektor Godowitsch. Das Salz werde am Streuteller befeuchtet, dadurch könne es punktuell aufgetragen werden und werde nicht so leicht verweht.

Feuchtsalz werde deshalb verwendet, weil die Umwelt dadurch weniger in Mitleidenschaft gezogen werde. Splitt könne man in manchen Bereichen nicht einsetzen, zudem sei bei der Verwendung und beim Kehren die Feinstaubentwicklung nicht unproblematisch.

Im Burgenland gebe es beim Winterdienst ganz andere Voraussetzungen als etwa in Tirol: "Wir haben ein permanentes Frost-Tau-Gefälle." Tagsüber taue der Schnee auf, in der Nacht friere das Schmelzwasser auf der Fahrbahn.

Man beschäftige sich auf wissenschaftlicher Basis mit dem Einsatz der Streumittel, meinte Godowitsch: "So einfach, wie sich das mancher Laie vorstellt, ist der Winterdienst nicht." Pro Winter werden im Burgenland im langjährigen Durchschnitt ungefähr 12.000 Tonnen Salz verbraucht.