Erstellt am 12. September 2011, 12:40

Grüne orten Kürzung bei Photovoltaikförderung. Licht und Schatten sehen derzeit die Grünen beim Thema Erneuerbare Energie: Während das novellierte Ökostromgesetz bereits Erfolge zeige, orte man auf Landesebene bei den Rahmenbedingungen für den Photovoltaik-Ausbau im Burgenland ein Problem.

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Bei der neuen Wohnbauförderung, die derzeit verhandelt werde, denke das Büro des Landeshauptmannes daran, "den Rotstift anzusetzen", erklärte Landessprecher Michel Reimon am Montag bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt.

Derzeit seien Anlagen pro Kilowatt Peak (kWp) installierter Leistung mit bis zu 1.100 Euro förderbar, wobei maximal 30 Prozent der Investitionssumme gefördert werden. Bei einem Preis von 6.000 bis 7.000 Euro pro Kilowatt Peak sei die 30-prozentige Förderung gar nicht zum Tragen gekommen, weil der Rahmen von 1.100 Euro ausgeschöpft wurde, argumentierte Reimon. Nun wolle man angesichts sinkender Anlagenpreise - sie lägen momentan zwischen 3.000 bis 4.000 Euro pro Kilowatt Peak - die Förderung senken und damit dort Geld sparen, wo der Bund positive Signale setze.

Die Landesregierung dürfe nicht dort zurückfahren, wo der Bund Geld hineinstecke: "Das würde ich völlig falsch finden und es würde den Erfolg im Bund wahrscheinlich zunichtemachen." Das Burgenland müsse auf Photovoltaik setzen: "Da können wir als 'Land der Häuslbauer' viel machen und in kleine Einheiten operieren." Wie hoch die Kürzung ausfallen werde, sei ihm noch nicht mitgeteilt worden. Mit der derzeitigen Wohnbauförderung sei er "durchaus zufrieden", weil dabei auch "grüne Ideen umgesetzt" worden seien, sagte Reimon. Auch bei Neuerungen wie eine verstärkte Förderung der Ortskerne, um das Abwandern an den Dorfrand zu verhindern, liefen die Verhandlungen konstruktiv.

Eine "sehr erfreuliche Entwicklung auf Bundesebene" beim Thema Ökostrom konstatierte Umweltsprecherin Christiane Brunner: Im neuen Ökostromgesetz seien die Mittel für den Ausbau erneuerbarer Energie von 21 auf 50 Mio. Euro pro Jahr verdoppelt worden. Zudem gebe es eine einmalige Unterstützung von 80 Mio. für Wundkraft und 28 Mio. für Photovoltaik zum Abbau der Warteschlange bei den Projekten. In der Steiermark beispielsweise gebe es derzeit 700 Photovoltaikanlagen,"allein in den nächsten zwölf Monaten werden 800 weitere dazukommen." Bei den Verhandlungen über die Novelle hätten sich die Grünen "massiv eingebracht".