Erstellt am 05. März 2014, 13:05

Grüne pochen auf Zentralmatura im Mai. "Fassungslosigkeit" herrschte bei Grünen-Bildungssprecher Harald Walser am Mittwoch nach der Ankündigung von Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) zur eventuellen Streichung von AHS-Schulversuchen.

"Fassungslos" hat Grünen-Bildungssprecher Harald Walser am Mittwoch auf die Ankündigung von Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) reagiert, dass wegen des möglichen Datenlecks beim Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) im Mai Schulversuche zur Zentralmatura an den AHS eventuell nicht wie geplant stattfinden. In diesem Fall müssten Lehrer die Fragen selbst ausarbeiten.

Komplette neue Matura an zwei Schulen erprobt

"Es gibt überhaupt keinen Hinweis, dass im Zusammenhang mit der Zentralmatura irgendwelche Daten nicht sicher seien. Warum die Ministerin ohne Not ein Problem herbeiredet, ist mir schleierhaft", kritisierte Walser die Ankündigung der Ministerin, für ihre Entscheidung das Ergebnis einer bis 4. April geplanten Sicherheitsprüfung abzuwarten. Walser warnt vor einer Verunsicherung von Schülern und Lehrern.

Die komplette Zentralmatura wird an den AHS zwar erst im Frühjahr 2015 (BHS: 2016) verpflichtend eingeführt. An mehr als 90 Prozent der AHS finden aber bereits seit längerem Schulversuche statt, bei denen die schriftlichen Aufgaben zumindest in einem Fach Anfang Mai zentral vom Bifie vorgegeben werden. Darüber hinaus wird heuer an zwei Probeschulen die komplette neue Reifeprüfung (zentral erstellte Klausuren, vorwissenschaftliche Arbeit, mündliche Prüfung) erprobt.

Wienerin Brandsteidl schießt sich weiter auf Bifie ein

Walser forderte von Heinisch-Hosek ein klares Bekenntnis zum Zeitplan für die ohnehin bereits um ein Jahr verschobene Matura, sie solle außerdem den Fokus auf die "ordnungsgemäße Durchführung" legen. Eine Rückkehr ins bisherige System wäre nicht ohne Probleme möglich und die Vorbereitungen auf die bei der neuen Matura verpflichtende vorwissenschaftliche Arbeit vielfach nutzlos, so Walser.

Die Wiener Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl (SPÖ), die nach Bekanntwerden des angeblichen Datenlecks bereits die Zusammenarbeit mit dem Bifie beim Wiener Lesetest beendet hatte, schießt sich weiter auf das Institut ein: "Die Durchführung der bundesweiten Zentralmatura ist mit diesem Bildungsinstitut jedenfalls nicht machbar", ortet sie in der "Kronen Zeitung" (Mittwoch-Ausgabe) Qualitätsprobleme unter der derzeitigen Führung.