Erstellt am 01. Dezember 2013, 13:58

Grüne wählten Lunacek zur EU-Spitzenkandidatin. Ulrike Lunacek wird Österreichs Grüne als Spitzenkandidatin in die EU-Wahl 2014 führen. Beim Bundeskongress am Sonntag in Salzburg wurde sie mit 81,6 Prozent der Delegiertenstimmen auf Listenplatz eins gewählt. Lunacek schnitt damit weit besser ab als 2009, als sie Johannes Voggenhuber mit nur 54,7 Prozent aus dem Rennen warf.

"Ich nehme die Wahl sehr gerne an. Ich freue mich auf einen tollen, erfolgreichen Wahlkampf", sagte Lunacek nach der Abstimmung. Entgegen den Erwartungen musste sie sich einem Gegenkandidaten stellen. Erwin Mayer, ehemaliger Greenpeace-Campaigner und Gemeinderat in Wolkersdorf, blieb mit 18,4 Prozent aber chancenlos.

"Ich will die Erfolge, die wir im heurigen Jahr hatten, mit euch im Europawahlkampf fortsetzen", so Lunacek in ihrer Präsentation vor den Delegierten. "Lassen wir unser Europa, wie wir es definieren, nicht zerstören." Sie kritisierte "müde Regierungschefs", Neoliberale, "Marktfetischisten", Nationalisten und Rassisten und schwärmte von einer solidarischen, demokratischen und ökologischen EU.

Die Listenplätze zwei und drei bei der EU-Wahl 2014 werden Michel Reimon und Monika Vana einnehmen. Der burgenländische Landtagsmandatar setzte sich im dritten Wahlgang mit 66,7 Prozent der Delegiertenstimmen gegen die niederösterreichische Klubobfrau Madeleine Petrovic durch. Auch Vana, Gemeinderätin in Wien, schlug Petrovic aus dem Rennen, und zwar mit 55,9 Prozent.

Reimon, der mit Jahresende aus dem burgenländischen Landtag ausscheidet, musste sich zunächst unter sieben Kandidaten durchsetzen, im zweiten Wahlgang waren es vier. Seine Kür wurde mit lang anhaltendem Applaus der Delegierten bedacht. Reimon bezeichnete die scheidende Mandatarin Eva Lichtenberger als sein großes Vorbild. In Europa will er "Brücken für die Ärmsten und Schwächsten" bauen.

Einen "Superwahlkampf" versprach auch Vana. Ihre Vorstellung von Europa: "Die EU wird ökologisch, sozial, demokratisch sein, oder sie wird ganz furchtbar scheitern." Listenplatz vier schaffte der steirische Biobauer Thomas Waitz (40), der sich selbst als "Wahlkampfmaschine" titulierte. Petrovic kam - ohne Gegenkandidaten für diese Position - auf Platz fünf, Platz sechs (der hinterste am Bundeskongress vergebene) schaffte Jacob C. Schwarz.

Nach Ansicht der Grünen sind für sie bei der Wahl am 25. Mai 2014 erstmals drei EU-Mandate in Reichweite. Zwischen 13,5 und 14,5 Prozent Stimmanteil wären dafür notwendig. 2009 schafften die Grünen 9,9 Prozent und zwei Mandate, sie verloren damals drei Prozentpunkte.