Erstellt am 16. November 2011, 09:00

Grüne wollen auf Bundesebene mitgestalten. Die Grünen sind nach Ansicht von Bundessprecherin Eva Glawischnig auch 25 Jahre nach ihrem Sprung ins Parlament eine "ernstzunehmende Herausforderung für das politische Establishment".

 Die Rolle ihrer Bewegung sieht sie immer mehr als "Gestaltungspartei". Ziel sei weiter das Mitregieren im Bund, egal ob ab 2013 oder fünf Jahre später, sagte sie im Interview.

Sie selbst hat die Aufteilung der Republik in "Rot und Schwarz und dann noch die Rechtspopulisten" als Wählerin gar nicht mehr erlebt. "Ich habe immer eine Alternative gehabt. Das war auch meine erste Wahl. Ich habe immer grün gewählt."

Zur Bedeutung der Grünen verwies sie auf die Verankerung des Umweltgedankens in der Politik. Heute ignoriere niemand mehr den Klimawandel, und auch in Zukunft würden grüne Perspektiven dringender gebraucht werden denn je. "Wir haben in so vielen Fragen Recht gehabt und auch Recht erhalten", so Glawischnig über ihre "Partei der kämpferischen Vernunft".

"Ob das jetzt 2013 oder 2018 gelingt, mein Ziel ist das Gestalten der Grünen auf Bundesebene", skizzierte sie die Linie für die kommenden Jahre. Der Anspruch ergebe sich schlicht daraus, dass die Grünen von der Steuerreform bis zur Eurokrise über Konzepte verfügten, "die mit Sicherheit gut sind für Österreich". Lagerdemokratie, in der die Reformen nicht aus den Schützengräben hinauskämen, sei nicht Sache ihrer Partei. "Überall, wo die Grünen regieren, sind die Freiheitlichen unterdurchschnittlich."

Wann genau sich der Wechsel auf die Regierungsbank dann tatsächlich ergibt, sei eigentlich egal. "Wir leisten gerade auch in der Opposition gute Arbeit", verwies sie auf den kommenden Korruptions-U-Ausschuss oder den Beschluss des Ökostromgesetzes. "Die Grünen sind jetzt die Treiber von Reformen, die Blockierer sitzen an anderer Stelle."