Erstellt am 25. März 2013, 09:10

Grüne wollen Aus für Vorschulklassen. Wenn Kinder in die Schule kommen, liegen sie in ihrer Entwicklung bis zu zwei Lernjahre auseinander.

Ist ein Kind noch nicht reif für die erste Klasse, kann es in der Vorschule eingeschult werden. In der Praxis sind Kinder mit Migrationshintergrund in Vorschulklassen überrepräsentiert. Die Grünen wollen nun separate Vorschulklassen abschaffen, dafür soll der Schuleinstieg flexibler werden. Das zumindest fordert Grünen-Bildungssprecher Harald Walser. Walser spricht von einem Gegenmodell zum Plan von Integrationsstaatssekretär Kurz, Kinder mit Deutschproblemen zu einem Vorschuljahr zu verpflichten. "Kurz will separieren, wir wollen integrieren."

Konkret fordert der Grüne Bildungssprecher, dass sich Schulen autonom für eine flexible Schuleingangsphase entscheiden können, bei der Kinder der Vorschulklasse und der Grundstufe I der Volksschule (1. und 2. Klasse) gemeinsam unterrichtet werden. Dieses Modell gibt es zwar bereits seit 1999, allerdings ist es derzeit genehmigungspflichtig. Walser will, dass die Schulstandorte selbst über die flexible Schuleingangsphase entscheiden können, "weil sie die Bedingungen am Standort am besten kennen". Außerdem brauche es ausreichend Personal, nämlich abhängig vom Anteil an Kindern mit Sprachproblemen 1,5 bis zwei Lehrerstellen pro Klasse.

In der flexiblen Schuleingangsphase können Kinder die Grundstufe I je nach Vorwissen und in Absprache mit den Eltern in einem bis drei Jahren absolvieren, der Lehrplan wird flexibel an die Fortschritte der Schüler angepasst. Sie können auch unterm Schuljahr in die nächsthöhere oder -niedrigere Schulstufe wechseln, nach zwei Jahren wird entschieden, ob ein Kind bereit für einen Wechsel im Klassenverband in die Grundstufe II ist oder weitere Förderung braucht. Ziel der flexiblen Schuleingangsphase sollte es sein, dass die Kinder Defizite aufholen und die Grundstufe I regulär in zwei Jahren durchlaufen.

Für die Kinder brächte die Umstellung des Schuleinstiegs aus Walsers Sicht mehrere Vorteile: So käme es durch die Vermischung der Jahrgänge nicht mehr zu Klassen, in denen das Gros der Kinder Probleme mit der Unterrichtssprache habe. Auch besonders begabten Kinder würde geholfen, da sie ohne Lehrinhalte zu verpassen von der 1. in die 2. Klasse Volksschule wechseln könnten.