Erstellt am 06. Oktober 2011, 13:33

Grüne wollen Grundsicherung für alle Studenten. Die Grünen fordern einer Grundsicherung für Studenten, damit sich diese auf ihr Studium konzentrieren können und nicht parallel arbeiten gehen müssen. 300 Euro pro Monat soll es für alle geben, zusätzlich sollen Studenten aus Familien aus der unteren Einkommenshälfte mit weiteren 450 Euro unterstützt werden. Alle übrigen sollen ein Darlehen von 450 Euro pro Monat beantragen können.

Für Studenten aus reichen Familien (oberstes Einkommensdrittel) sollen dabei Zinsen anfallen, so Grünewald am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. Das Modell soll das "intransparente und sozial nicht sehr treffsichere" Stipendiensystem ablösen. Derzeit würden nur 19 Prozent der Studenten Stipendien, öffentliche Darlehen oder andere Zuschüsse erhalten.

Derzeit stehen 180 Mio. Euro pro Jahr für Studienbeihilfe zur Verfügung. Für das Modell der Grünen müsste diese Summe "mindestens das Dreifache" betragen, glaubt Grünewald. Die Auszahlung soll sich dabei nicht nach der ohnehin fast nie eingehaltenen Mindeststudiendauer richten, sondern nach der tatsächlichen Durchschnittsdauer.

Derzeit lebe ein Viertel der Studenten nahe der Armutsgrenze, laut Studierendensozialerhebung müssten 61 Prozent neben dem Studium arbeiten. Dass auch Kinder aus reichen Familien 300 Euro bekommen sollen, ist für Grünewald "ein Zeichen, dass Bildung etwas wert ist".

Die ÖH begrüßte in einer Aussendung die Idee einer Grundsicherung, 300 Euro seien jedoch "zu wenig". Sie fordert ein Grundeinkommen unabhängig vom Alter und dem Einkommen der Eltern.

Als begleitende Maßnahmen will Grünewald die Studienwahl verbessern: Hochschullehrende sollen im Klassenzimmer von ihrem Fach erzählen, außerdem könnten Schullandwochen durch Uni-Schnupperwochen ersetzt werden. Die ab kommenden Studienjahr geplante verpflichtende Studienberatung nannte er indes "völlig unsinnig".