Erstellt am 03. Juni 2015, 11:07

von APA Red

Grüne wollen nach SPÖ-Gespräch "mal schauen". Die Grünen werden am Mittwochnachmittag mit der ÖVP und am Freitagvormittag mit der SPÖ Sondierungsgespräche führen.

Regina Petrik  |  NOEN, Nina Sorger
Landessprecherin Regina Petrik will "jetzt einmal" abwarten, welche Vorschläge die Sozialdemokraten für sie habe. Nach dem entsprechenden Gespräch am Freitag "werden wir mal schauen", sagte sie. Man wolle kein Gespräch ausschlagen, so Petrik in Eisenstadt.

Bündnis mit LBL wäre ausgeschlossen

Zu möglichen Koalitionsvarianten meinte sie, dass sie dabei bleibe, was sie bereits am Wahlsonntag gesagt habe. Nämlich, "dass wir uns nicht vorstellen können, mit Personen, die aus der FPÖ kommen, in eine Koalition zu gehen".

Das schließt allerdings auch das Bündnis Liste Burgenland mit Manfred Kölly, einem Ex-Blauen an der Spitze, aus und somit bliebe nur die Oppositionsrolle. Petrik erklärte dazu aber, man wisse außer bei einer Person nicht so recht, wer dieses Bündnis eigentlich sei.

Laut Grünen könne man "sehr wohl Inhalte bringen - auch in der Landwirtschaft, auch in der Bildung und wir können sehr glaubwürdig auch vermitteln, weil wir nicht nur dafür stehen, sondern es auch können. Also, wir kennen uns aus. Und das ist - glaube ich - auch bei möglichen Koalitionspartnern durchaus gefragt."

Oppositionsbank scheint wahrscheinlich

Dass die Grünen sich auf der Oppositionsbank wiederfinden, scheint aber anlässlich des eigenen Ausschlusses der FPÖ bzw. von Ex-FPÖ-Mitgliedern äußerst realistisch.

Pläne habe man jedenfalls schon. "Wir werden ganz genau schauen und auch noch Dinge aufarbeiten, die aus den letzten Jahren noch da sind. Da ist noch einiges vergraben und auch bei einer anderen Konstellation werden wir ganz genau aufpassen, was nicht nur vor, sondern auch hinter den Kulissen passiert", sagte Petrik.

Sie denke, "die Oppositionsarbeit und die Aufgaben der Opposition im burgenländischen Landtag sind schon sehr große und reizvolle - gerade bei dem, was sich in der Regierung abspielen wird, wenn die Grünen nicht drinnen sind".

Petrik hat erneutes Praktikum bereits geplant

Die nächsten Jahre wolle sie "wirklich dazu nutzen, um zu zeigen, wie man Politik auch anders machen kann". Außerdem plane sie - wie schon im vergangenen Jahr bei ihrer Job-Tour - nach einem Jahr Landtagsarbeit wieder ein Praktikum zu machen und ein Monat lang in einem ganz anderen Bereich tätig zu sein, als in der Politik.

Kritik gab es von der Landessprecherin für die Besetzung der Verhandlungsteams einzelner Parteien. "Frauen sind dort keine Größe", meinte sie. "Im Vordergrund stehen überall die Männer", so Petrik. "Das finde ich eigentlich im Vorfeld bereits ein Trauerspiel. Da haben einige gar nichts gelernt."