Erstellt am 16. Oktober 2013, 13:15

Grüne wollen parteilosen Bildungsminister. Die Grünen wollen den Schulbereich als koalitionsfreien Raum definieren.

Dafür soll ein parteifreier Bildungsminister nominiert werden, der bis Juli 2014 unter Einbindung aller parlamentarischer Kräfte und der Zivilgesellschaft eine Bildungsreform erarbeiten und umsetzen soll, forderte Grünen-Chefin Glawischnig am Mittwoch. Über diese Reform soll dann ohne Klubzwang und geheim abgestimmt werden.

"Stillstand im Bildungsbereich am größten"

Der mit Abstand größte Bereich, wo sich Unzufriedenheit aufgestaut habe, sei der Bildungsbereich, konstatierte Glawischnig. "Dort ist der Stillstand am größten." An der Zusammensetzung der Verhandlerteams von ÖVP und SPÖ sehe man bereits jetzt, dass es "sehr unwahrscheinlich ist, dass sich die Blockadehaltung auflöst"..

Daher müsse man "etwas vollkommen Neues wagen und die Bildungsreform aus dem rot-schwarzen Verhandlungsproporz herausholen", meinte die Grünen-Chefin. "Wir brauchen ein radikales Umdenken." So könne man sich etwa auf ein Ziel der Reform verständigen. Dieses könnte etwa sein, "nicht jedes Kind über einen Kamm zu scheren"und zu einer stärkeren Individualisierung des Unterrichts zu kommen.

Nicht über Maßnahmen, sondern zunächst über Ziele reden

Derzeit gebe es vor allem im ländlichen Raum viel zu viele Zwangsentscheidungen, so Glawischnig: "Man kann sich zwar für eine Schulart entscheiden, aber nicht, ob man 50-Minuten-Frontalunterricht will oder nicht." Eine gemeinsame Schule der Zehn- bis 14-Jährigen hält sie nach wie vor für den besten Weg - allerdings wolle sie zunächst nicht über Maßnahmen reden, sondern erst über Ziele

Wenn die Regierung wirklich einen neuen Stil wolle, sei der Schulbereich prädestiniert dafür, etwas auszuprobieren. "Wenn in dem Bereich keine große Reform kommt, kann sich diese Koalition von vornherein als gescheitert ansehen", meinte Glawischnig.

Gespräch mit NEOS-Obmann steht noch aus

Namen für einen neuen Bildungsminister wollte Glawischnig bewusst nicht nennen: "Fachkompetenz ist aber das wichtigste Kriterium." Mit NEOS-Klubobmann Strolz, der die Bildung ebenfalls zum koalitionsfreien Raum - allerdings mit NEOS-Minister - machen will, habe sie ihre Vorschläge mangels Termins bisher noch nicht besprochen.

Der neue Minister solle sich lediglich auf den Schulbereich konzentrieren, meinte Glawischnig. Die Themen Kindergarten und Unis seien vor allem Geld- und nicht Strukturfragen. Zeithorizont: "Ich würde gerne noch erleben, dass meine Kinder von der Schulreform etwas haben." Ihr älterer Sohn sei derzeit sieben.