Erstellt am 06. Oktober 2012, 11:22

Gutachter in Causa Birnbacher fühlt sich getäuscht. Der Wiener Wirtschaftsprüfer und Gerichtssachverständige Gerhard Altenberger erhebt Vorwürfe gegen die Kärntner Landespolitik, von der er sich getäuscht fühlt.

Altenberger hatte das Millionenhonorar für Steuerberater Dietrich Birnbacher im Zuge des Hypo-Verkaufs als angemessen qualifiziert, er war jedoch von einer Tätigkeit vergleichbar mit einer Investmentbank ausgegangen.

"Das mir vorgelegte Leistungsverzeichnis, laut dem Birnbacher 300 Stunden an der Transaktion gearbeitet hat, war offensichtlich falsch. Und ich wurde auch darüber getäuscht, dass mein Privatgutachten in einem Strafverfahren verwendet werden würde.", so Altenberger gegenüber dem Nachrichtenmagazin "profil". Der "Leistungskatalog" sei Altenberger von den damaligen Holding-Vorständen Xander und Megymorez in Abstimmung mit dem früheren Aufsichtsratschef Josef Martinz übermittelt und von Birnbacher "ausdrücklich bestätigt" worden.

Er war davon ausgegangen dass Birnbachers Tätigkeit mit der einer Investmentbank vergleichbar sei und daher "ein Transaktionshonorar von 0,65125 Prozent (netto) der Vertragssumme als angemessen zu qualifizieren ist". In absoluten Zahlen waren das jene sechs Millionen Euro, wegen denen am Montag Birnbacher, Martinz, Megymorez und Xander der Untreue schuldig gesprochen wurden. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.

"Wenn die Angaben im Tätigkeitsbericht falsch sind und die Tätigkeiten nicht erbracht wurde, dann ist das Gutachten gegenstandslos", meinte Altenberger bei seiner Befragung im Zeugenstand. In einem ersten Gutachten - damals war noch von einem Prozentsatz von 1,25 beziehungsweise zwölf Millionen Euro die Rede - hatte sich der Gutachter noch geweigert, das Wort "angemessen" zu verwenden. Er wählte die Begriffe "darstellbar und plausibilisierbar." Die Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt gegen Altenberger in der Causa wegen Beihilfe zur Untreue.