Erstellt am 11. Januar 2018, 16:24

von APA Red und Michael Pekovics

ÖVP besorgt um Zukunft des Güssinger Krankenhauses. Klubobmann Sagartz befürchtet wegen bevorstehendem Gynäkologie-Aus weitere Abteilungsschließungen. ÖVP fordert Landesrat Hans Peter Doskozil auf, seine Pläne mit dem Krankenhaus Güssing bekannt zu geben, und will überdies Landarzt Stipendien und Akutordinationen in allen sieben Bezirken des Landes.

Georg Rosner, Alois Mondschein, Christian Sagartz und Walter Temmel sind besorgt über die Entwicklung der Gesundheitspolitik im Südburgenland.  |  ÖVP Burgenland

Am Donnerstag Nachmittag luden die beiden südburgenländischen ÖVP-Abgeordneten Walter Temmel und Gesundheitssprecher Georg Rosner gemeinsam mit Klubobmann Christian Sagartz und Güssings Vizebürgermeister Alois Mondschein zum Pressegespräch. Dabei erneuerten sie ihre Forderung nach Stipendien für Landärzte, die dafür einige Jahre im Burgenland bleiben sollen ebenso wie Akutordinationen für alle sieben Bezirke.

Außerdem sorgt sich die ÖVP Burgenland um die Zukunft des Güssinger Krankenhauses. Nachdem die dortige Gynäkologie geschlossen werde (die BVZ berichtete), könne niemand garantieren, dass es nicht auch weitere Abteilungen treffe, warnte ÖVP-Klubobmann Christian Sagartz am Donnerstag. 

Die KRAGES (Burgenländische Krankenanstalten-Gesellschaft m.b.H.) hatte zuletzt bekanntgegeben, dass die stationäre, gynäkologische Betreuung von Frauen im Südburgenland per Ende März in Oberwart konzentriert werde. In Güssing sollen die Kapazitäten in den Schwerpunkten wie Orthopädie oder Innere Medizin und Rheumatologie ausgebaut werden. Laut Güssings Vizebürgermeister Alois Mondschein (ÖVP) sei gemeinsam mit der SPÖ Güssing im Gemeinderat eine Petition für den Erhalt der Gynäkologie an Doskozil geschickt worden. 

"Spital wird zum ständigen Flickwerk der SPÖ"

"In Wahrheit ist die von der SPÖ kommunizierte Aufwertung der Orthopädie genau das Gegenteil, nämlich eine Abwertung." So könnten etwa mittelfristig keine Ärzte mehr eine vollwertige Ausbildung erhalten, was es noch schwerer mache, Ärzte in der Region zu halten. Das Spital werde zum "ständigen Flickwerk", kritisierte auch der Landtagsabgeordnete Walter Temmel (ÖVP) und fordert vom neu zuständigen Landesrat Hans Peter Doskozil eine "Evaluierung der angekündigten Schließung der Gynäkologie und eine klare Aussage, was er als Landesrat mit dem Krankenhaus Güssing vorhat".

Oberwarts Stadtchef und ÖVP-Gesundheitssprecher Georg Rosner bot Doskozil eine enge Zusammenarbeit an, was die Planungen für den Neubau des Krankenhauses Oberwart betrifft und meinte, die eine "stärkere Einbindung in die Planung wäre wünschenswert, schließlich ist auch die Stadt gefordert, etwas zu unternehmen, damit nicht alle Flächen rund ums Krankenhaus verparkt werden". 

Wie berichtet plant die KRAGES ja die Errichtung eines Parkhauses gegenüber des bestehenden Spitals neben dem neuen STEP-Gästehaus. Rosner wies daraufhin, dass man sicherstellen müsse, dass diese Parkhaus auch benutzt werden. Weiters regte Rosner die Möglichkeit einer neuen, direkten Verkehrsanbindung des Krankenhauses an. "In unmittelbarer Nähe befindet sich die Umfahrungsstraße, da gibt es sicher eine Möglichkeit, damit die Anrainer künftig nicht noch mehr belastet werden."

Reaktion der SPÖ

SPÖ-Landesgeschäftsführer Christian Dax weist ÖVP-Aussagen über einen angeblich drohenden „Versorgungsnotstand“ im Südburgenland als „verantwortungslose Panikmache“ zurück. Die ÖVP solle aufhören, die Gesundheitspolitik des Burgenlandes zum parteipolitischen Spielball zu machen, fordert Dax.