Erstellt am 12. November 2011, 14:33

Haberzettl legt Gewerkschaftsfunktionen zurück. Wilhelm Haberzettl, bisher oberster Bahngewerkschafter, zieht sich aus allen Gewerkschaftsfunktionen zurück.

 Er wird mit Jahresbeginn 2012 eine neue Tätigkeit als Geschäftsführer der Gemeinnützigen allgemeinen Bau-, Wohn- und Siedlungsgenossenschaft (BWS) antreten. Seine Funktion als SPÖ-Nationalratsabgeordneter werde er aber weiterhin ausüben, stellte der Sprecher klar.

Der 56-Jährige legt damit seine Funktion als ÖBB-Konzernbetriebsratsvorsitzender am 22. November und jene als stellvertretender Vorsitzender der Dienstleistungsgewerkschaft vida sowie als stellvertretender Betriebsratsvorsitzender der ÖBB Infrastruktur bis Jahresende zurück. "Sein Nationalratsmandat übt er noch aus", so sein Sprecher.

Als Grund für diesen Schritt nannte Haberzettl "persönliche Gründe" sowie "berufliche Veränderungen", womit er eben auf seine neue Tätigkeit anspielte. Es sei an der Zeit, "jüngeren Talenten Platz zu machen", hieß es Samstagnachmittag in einer Aussendung.

Die zuständigen Gremien sowohl in der Gewerkschaft als auch in der Betriebsratsorganisation würden fristgerecht alle notwendigen Entscheidungen und Beschlüsse fällen, erklärte Haberzettl. "Ein gereifter Funktionär sollte auch die Kraft und den Mut besitzen, loslassen zu können", betonte er in der Stellungnahme. Kolportierte Meinungsverschiedenheiten mit der SPÖ-Spitze als Grund für den Rückzug bezeichnete man in der Parteials "an den Haaren herbeigezogen".

Vonseiten der Bundesbahn wurde der Rückzug des obersten Eisenbahngewerkschafters nur knapp kommentiert. "Wir bedauern den Abgang von Wilhelm Haberzettl", sagte eine Sprecherin der ÖBB. Es handle sich um eine "persönliche Entscheidung", die zu respektieren sei. Haberzettl sitzt neben seiner Tätigkeit als Konzernbetriebsratsvorsitzender auch im Aufsichtsrat der ÖBB Holding sowie im Aufsichtsrat der ÖBB Infrastruktur.