Erstellt am 21. Juli 2011, 07:52

Häupl sieht "Denunziation" der Flughafen-Vorstände. Der Wiener Bürgermeister Häupl hat die Kritik an den neuen Vorständen des Flughafens Wien zurückgewiesen. Die "Denunziation" bewege sich im "Grenzbereich zu einem Skandal", befand das Stadtoberhaupt: "Leute, die zum Teil langjährige Erfahrung im Flughafengeschäft haben, werden in die Nähe einer politischen Partei gerückt, um sie nachher als unfähig zu denunzieren."

Die Kür der beiden neuen Vorstände Julian Jäger und Günther Ofner war von Seiten der FPÖ und der Grünen, aber auch von Kleinanlegervertreter Wilhelm Rasinger als "Proporzbesetzung" kritisiert worden. Jäger war bisher Chef des Flughafens Malta, Ofner Vorstand der Burgenland Holding. Sie stellen ab Anfang September den Zweiervorstand der börsenotierten Flughafen Wien AG. "Kein Mensch hat irgendetwas davon gesagt, als man beispielsweise den Generalsekretär der Industriellenvereinigung (Markus Beyrer, Anm.) zum Chef der verstaatlichten Industrie gemacht hat. Im gegenständlichen Fall war das eine Entscheidung des Aufsichtsrates, Punkt, aus", betonte Häupl.

Sowohl er als auch der niederösterreichische Landeshauptmann Pröll hätten ganz klar erklärt, vom Vorschlagsrecht, also dem entsprechenden Passus im Syndikatsvertrag, nicht Gebrauch machen zu wollen: "Das haben wir auch nicht getan." Gemäß dem Vertrag stünde den beiden Kernaktionären Wien und Niederösterreich nämlich zu, eine Empfehlung in Sachen Vorstände abzugeben.

"Der Aufsichtsrat hat die Vorstände gewählt, der Aufsichtsrat hat die Entscheidung zu verantworten. Wir haben diese Entscheidung nicht zu kommentieren und das tue ich auch nicht", so Häupl. Diese Vorgangsweise gilt auch für die Zukunft: Die beiden Länder werden auch künftig auf ihr Vorschlagsrecht verzichten, wie Häupl versicherte.