Erstellt am 05. Juni 2015, 14:02

Hajek sieht keine große Gefahr für SPÖ. Der Meinungsforscher Peter Hajek sieht durch eine mögliche Kooperation mit der FPÖ im Burgenland keinen nachhaltigen Schaden auf die SPÖ zukommen.

 |  NOEN, Roland Schlager (APA)
Je schneller der Prozess abgeschlossen ist, desto rascher würden auch die Proteste abflauen, sagte er am Freitag. Bundeskanzler Werner Faymann habe sich sogar "recht klug" verhalten, meint Hajek.

Rasches Verhandlungstempo schlüssig

"Niessl und die Sozialdemokraten versuchen natürlich, schnell abzuklären", deutet Hajek das rasche Verhandlungstempo im Burgenland als Strategie, nicht zu lange Aufregung aufkommen zu lassen. Proteste werde es natürlich weiterhin geben, allerdings würden diese auch wieder abflauen. "Die nächsten Wahlen sind weit weg", sieht der Meinungsforscher jedenfalls keine große Gefahr für die SPÖ im Bund. Schwerer hätten es wohl die Sozialdemokraten in Oberösterreich, wo eine Landtagswahl ansteht. "Das erschwert die Kampagnenfähigkeit", glaubt Hajek.

"Jetzt kommt Pfeffer ins Spiel"

Anders sieht die Situation für den Meinungsforscher in Wien aus, wo ebenfalls noch in diesem Jahr gewählt wird. Er kann sich sogar vorstellen, dass die Diskussion um Koalitionen mit den Freiheitlichen der dortigen Landesgruppe nützen könnte. Da deren ablehnende Haltung gegenüber der FPÖ weiterhin glaubwürdig sei, könnte eine rot-schwarze Koalition im Burgenland die Wiener SPÖ sogar intern mobilisieren, denn: "Jetzt kommt Pfeffer ins Spiel." Dass eine Koalition von SPÖ und FPÖ ein Nachteil ist, sei jedenfalls "nicht ausgemacht", glaubt Hajek.

Voraussetzung für Hajek, dass die SPÖ die derzeitige Empörung gut überlebt, ist allerdings, dass die sich anbahnende Koalition im Burgenland sachlich gut funktioniert. Und selbst bei einem Scheitern gebe es die Möglichkeit, dass ein Partner davon profitiert, wie seinerseits bei Schwarz-Blau im Bund. Hajek: "Schlag nach bei Schüssel!"