Erstellt am 30. Januar 2013, 00:00

Harte Bandagen in Schule. Mobbing-Debatte in Pflegeschule / Direktorin der Krankenpflegeschule Oberwart wehrt sich gegen Vorwürfe aus der Lehrerschaft. Betriebsrätin ortet eher Mobbing gegen die Leiterin.

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Aufregung herrscht an der Krankenpflegeschule Oberwart, seit Stimmen aus der Lehrerschaft laut wurden, die Direktorin Karin Dolmanits Mobbing-Methoden vorwarfen. Gegenüber der BVZ nahm die Direktorin erstmals Stellung zu den schweren Vorwürfen. Mehr als zwei Jahre lang ist Dolmanits im Amt; zuletzt regte sich unter den Lehrern immer mehr Unmut.

„Ich habe natürlich einige Änderungen vorgenommen, und es ist auch klar, dass nicht immer alle Mitarbeiter zufrieden sind“, meint Dolmanits. An der Schule gehe es aus ihrer Sicht „herzlich und freundlich“ zu. „Es gibt aber Spielregeln, die man einhalten muss.“

Lehrer klagen: ,Eingriffe ins Persönlichkeitsrecht‘

Eine Lehrkraft, die aus Angst um den Arbeitsplatz anonym bleiben will, sagt im Gespräch mit der BVZ aber, dass „die Direktorin keine Diskussion zulässt“. Von „mangelnder Konfliktfähigkeit“ ist die Rede und davon, dass die Art und Weise, wie mit den Lehrern umgegangen wird, einer Schule nicht würdig sei: „Das ist keine Gesundheitsschule, das ist eine ,Krank-werd-Schule‘.“ Laut dieser Lehrkraft schreibe Dolmanits sogar vor, was man essen dürfe und was nicht: „Schokolade darf gar nicht konsumiert werden, nur Vollkornkekse. Uns wird der freie Wille genommen, das ist ein Eingriff ins Persönlichkeitsrecht.“

Eine ehemalige Absolventin bestätigt, dass „Coca Cola und Red Bull aus den Getränkeautomaten entfernt wurden und auch als Jause nichts verkauft werden darf, das zum Beispiel Mayonnaise enthält“.

Als Auslöser der aktuellen Diskussionen gilt indes die Kündigung einer Lehrerin, der wiederum ein Beschwerdebrief einer Anwaltskanzlei an die Betreiber in der Krankenanstaltengesellschaft (Krages) vorausging. Sowohl Direktorin Dolmanits als auch Betriebsratsvorsitzende Christine Kotschar betonen aber, dass es für die umstrittene Kündigung andere Gründe gegeben habe. „Alles entspricht den gesetzlichen Grundlagen“, sagt Kotschar. Sie ist der Meinung, dass die Direktorin selbst das Mobbing-Opfer sei: „Es gibt Vorgaben, die von ihr kontrolliert und hinterfragt werden – und das ist ja die Aufgabe eines Vorgesetzten. Manche sind damit aber nicht klar gekommen.“ Die Folge sei laut Kotschar, dass man Dolmanits „den Krieg erklärt“ habe.

Krages-Chef wusste von Vorwürfen schon länger 

Dafür, dass sich die Gemüter wieder beruhigen, scheint es jedenfalls zu spät. „Vielleicht hätte die Krages früher eingreifen müssen“, heißt es. Von der dicken Luft in Oberwart wusste Krages-Geschäftsführer Hannes Frech übrigens schon länger, wie einem Schreiben an das Anwaltsbüro der Lehrer zu entnehmen ist. In dem Brief betont Frech auch, dass „kein einziger der Vorwürfe verifiziert werden konnte“.