Erstellt am 04. Dezember 2012, 12:19

Harte Bandagen. Geplante Gesundheitsreform sorgt für dicke Luft: Jetzt geraten Ärzte-Präsident Lang und Landesrat Rezar aneinander.

Von Wolfgang Millendorfer

Der Streit zwischen Ärztekammer und Politik geht in die nächste Runde: Während Mediziner auch im Burgenland vor einem „Kaputtsparen“ des Gesundheitssystems warnen, wirft SPÖ-Landesrat Peter Rezar der Kammer eine „dramatische Verunsicherung der Patienten“ vor.

Auslöser der heftigen Debatte ist die geplante Gesundheitsreform des Bundes, mit der durch neue Strukturen Einsparungen erreicht werden sollen. Die Ärztekammer befürchtet eine Bürokratisierung des Systems und eine Verschlechterung der medizinischen Versorgung.

G’riss um die Patienten und schwere Vorwürfe

Gemeinsam mit Patientenanwalt Josef Weiss kritisierte Rezar nun neuerlich die Vorgehensweise: „Ich bin erschüttert, dass die Standesvertretung nicht davor zurückschreckt, Patienten für berufspolitische Zwecke zu missbrauchen. Die Menschen werden bewusst verunsichert.“ Ärztekammer-Präsident Michael Lang kontert: „Die Wahrheit kann vielleicht unangenehm sein, aber wir schaffen Klarheit. Wir wollen nur ehrlich über die Fakten informieren. Diese Ehrlichkeit vermissen die Menschen seitens der Politik.“
Wie berichtet, müssen Rezar und Lang gleichzeitig jedoch auf dem Verhandlungstisch zusammenfinden, wo sich derzeit alles um die neuen Werkverträge für Burgenlands Gemeindeärzte dreht.