Erstellt am 12. Januar 2011, 00:00

Hauptschule als Auslaufmodell. BILDUNGSDEBATTE / SPÖ und ÖVP bewegen sich in Sachen Reform aufeinander zu. Alle Hauptschulen sollen jetzt möglichst rasch in Neue Mittelschulen umgewandelt werden.

VON MARTIN GEBHART

UND WOLFGANG MILLENDORFER

Noch bevor Hannes Androsch diese Woche einen Paukenschlag für sein Bildungsvolksbegehren setzen will, hat die Bundes-ÖVP nun endlich ihren „Bildungsweg für Österreich“ vorgestellt. Und sich damit wieder in der Bildungsdebatte entscheidend zurückgemeldet. Der Kernpunkt: Die Hauptschulen werden flächendeckend zu Neuen Mittelschulen, das Gymnasium bleibt in seiner Langzeitform von acht Klassen bestehen.

Auch wenn das nicht die Gesamtschule der Zehn- bis 14-Jährigen ist, wie es sich SP-Bildungsministerin Claudia Schmied wünscht, so zeigte sie sich dennoch zufrieden, dass wieder Bewegung in die Bildungsdebatte gekommen ist. Natürlich stieß das Bildungspapier der ÖVP bundesweit auch auf Widerstand. Vor allem der Punkt der „Mittleren Reife“, einer Art „Zwischenmatura“ nach der Unterstufe, ließ Kritik laut werden. FPÖ und Grüne zeigten sich generell wenig zufrieden.

Niessl: „Neue Mittelschule  bringt noch mehr Qualität“

Die SPÖ sprach jedoch auch im Burgenland von einem „Schritt in die richtige Richtung“. Landeshauptmann Hans Niessl ist erfreut über das „Ende der Blockade“ und erwartet sich mit dem Ausbau der Neuen Mittelschule einen neuen Schub in Sachen Bildungsqualität. Nachdem er wiederholt ein Ende der Zehn-Prozent-Klausel gefordert hatte – sie begrenzt die maximale Zahl der Standorte, die an dem Schulversuch Neue Mittelschule teilnehmen dürfen – soll die flächendeckende Ausweitung nun möglichst rasch vorangetrieben werden. Derzeit werden 28 Standorte als Neue Mittelschule geführt, zwölf Hauptschulen gibt es noch im Land.

ÖVP-Chef Franz Steindl ließ sich bis Montag Zeit, um das Konzept seiner Bundespartei zu kommentieren, nannte es dann aber ein hervorragendes. Zusätzlich fordert er unter anderem ein „Team-Teaching“ auch an Gymnasien. Das wiederum würde bedeuten, dass das Burgenland noch mehr Lehrer brauchen würde, als ohnehin bereits eingeplant: Denn schon mit der Ausweitung der Neuen Mittelschule müssen zusätzliche Pädagogen eingestellt werden.