Erstellt am 11. Januar 2013, 13:11

Heer: Spindelegger warf Darabos Versäumnisse vor. Bei einem Besuch im Südburgenland hat am Freitag Vizekanzler Michael Spindelegger (V) Verteidigungsminister Norbert Darabos (S) kritisiert und ihm Versäumnisse vorgeworfen.

Durch Darabos werde oft der Eindruck erweckt, "dass das überhaupt keinen Sinn hat, beim Bundesheer zu sein", sagte der ÖVP-Chef vor Journalisten beim Besuch einer Seniorenpension in Güttenbach.

Darabos sei sechs Jahre im Amt: "Und wenn ihm jetzt nach sechs Jahren einfällt, dass Präsenzdiener vielleicht keinen gescheiten Auftrag haben, dann ist das reichlich spät", erklärte der Vizekanzler.

"Was ich nicht verstehe, ist, dass man ein Bundesheer so organisiert, dass jemand sagt, er hat den ganzen Tag nichts zu tun", so Spindelegger. Die ÖVP fordere vom Verteidigungsminister, für ein System zu sorgen, "in dem es einen Wehrdienst ohne Leerlauf gibt." Es sei "ja schon ein Zeichen der Resignation, dass ein Verteidigungsminister, der sechs Jahre im Amt ist, jetzt die ÖVP fragt, was er reformieren muss", sagte Spindelegger.

Jeder Minister könne in seinem Ressort "alles verändern, wenn er es will. Ich bezweifle, ob dieser Wille wirklich da ist", so der ÖVP-Chef. Junge Menschen, die beim Heer Dienst versehen, hätten ein Recht darauf, "dass das ein ordentlicher Dienst ist, der gut organisiert ist, wo sie eine erlebnisreiche Zeit verbringen. Glauben sie mir, wenn sie uns das Verteidigungsressort übertragen, schaut das schon in sechs Monaten grundlegend anders aus."

Profis, von denen Darabos rede, habe man bereits heute beim Bundesheer. Das System der Wehrpflicht habe sich über viele Jahre bewährt und stehe für Sicherheit, erklärte Spindelegger. Auf der anderen Seite stehe ein Modell mit "Fragezeichen" dahinter.