Erstellt am 18. Mai 2016, 06:24

von Alexandra Gollubics-Prath

Heer sucht Musiker. Die Kapelle im Burgenland bleibt bestehen und soll wieder aufgestockt werden – es hapert aber an Grundwehrdienern.

Die Militärmusik marschiert weiter. Kapellmeister Hans Miertl freut sich über den Fortbestand, braucht zugleich aber junge Musiker. Fotos: Müllner/Hafner  |  NOEN, Werner Müllner
Eine Kehrtwende zur Marschrichtung seines Vorgängers hat kürzlich Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) auch in Sachen Militärmusik eingeschlagen. Nach der Reduktion der Militärkapellen in allen Bundesländern unter Gerald Klug (SPÖ) sollen diese mit der Heeresreform nun wieder aufgestockt werden.

Aus 47 Musikern wurden elf ...

Es sei kein „primäres militärisches Ziel“, die Militärmusik zu erhalten, heißt es auf BVZ-Anfrage aus dem Büro Doskozils, allerdings habe diese „große traditionelle und regionale Bedeutung“. Details soll in den nächsten Wochen eine Expertengruppe erarbeiten. Konkrete Zahlen will das Verteidigungsministerium noch nicht nennen, allerdings werde im Burgenland „eine Stärke ähnlich der, die wir schon hatten“ angestrebt.

Vor dem Personalabbau war die Militärmusik im Burgenland mit 47 Musikern aufgestellt, danach waren es 20. Mittlerweile habe sich die Zahl sogar auf elf reduziert, bedauert Militärkapellmeister Hans Miertl, vor allem unter den Grundwehrdienern sei schwer Nachschub zu finden. Doskozils Plänen steht er abwartend gegenüber, da er auch noch „nichts Schriftliches“ bekommen habe.

Eine Reaktivierung ehemaliger musizierender Unteroffiziere werde schwer, so Miertl, viele seien mittlerweile zum Beispiel pensioniert oder hätten abgerüstet. Positiv bewertet er, dass das „6-plus-7“-Modell wieder angeboten werden soll: Wer sich im Grundwehrdienst für die Militärmusik entscheidet, kann sich danach auf eine siebenmonatige Verpflichtung als Zeitsoldat verlassen. Das könne ein Anreiz sein, so Miertl.