Erstellt am 15. Juli 2012, 10:11

Heinisch-Hosek beharrt auf Frauen-Quote. Geht es nach EU-Kommissarin Reding und Österreichs Frauenministerin Heinisch-Hosek, soll künftig eine verpflichtende Frauenquote den weiblichen Anteil in Führungspositionen erhöhen.

Reding kündigte für Herbst einen Gesetzesentwurf für eine europaweite Quote in den Vorständen börsenotierter Unternehmen an. Langfristig will Heinisch-Hosek dieses Ziel hierzulande für alle Unternehmen erreichen. Mit der freiwilligen Selbstverpflichtung für staatsnahe Betriebe sei in Österreich der erste Schritt gesetzt worden, sagte Heinisch-Hosek im Interview, aber: "Ich hätte natürlich gerne eine Quote für alle, auch in der Privatwirtschaft, weil ich glaube, dass eine Quote Tempo macht." Kommt die Verpflichtung auf EU-Ebene, "wäre das Wasser auf den Mühlen", zeigte sie sich erfreut. Gespräche hierzu führe sie seit ihrem Amtsantritt: "Es passieren ja Schritte", verweist sie auf die staatsnahen Unternehmen. Ein höherer Frauenanteil in den Chefetagen "wäre gut" für die Wirtschaft: "Derzeit lassen die Betriebe sehr viel Potenzial liegen."

Keine Rolle spielen werden bei dieser Novelle die seit dem Vorjahr ebenfalls verpflichtenden Einkommensberichte für mehr Gehältertransparenz. Hier wurde eine Evaluierung für 2014 ausgemacht, über etwaige Änderungen oder teils geforderte Sanktionen möchte sie erst dann nachdenken. Grundsätzlich werden die im Vorjahr beschlossenen Einkommensberichte gut aufgenommen, so die Ministerin.

Ein neues Beamtendienstrecht kommt in dieser Legislaturperiode nicht mehr zustande. "Nein, das geht sich sicher nicht aus", verweist Heinisch-Hosek, die als Ministerin auch für den öffentlichen Dienst zuständig ist, auf den Stabilitätspakt, der bis 2016 ein Nulldefizit vorsieht. Wie jeden Herbst werde es jedoch eine Dienstrechtsnovelle geben, in der aus ihrer Sicht diesmal das Disziplinarrecht geändert werden soll. Die große Besoldungsreform beginnt aber bei den Lehrern - ein "Riesenprojekt", wie Heinisch-Hosek im Gespräch einräumte.