Erstellt am 20. Dezember 2013, 12:01

Heinisch-Hosek für Aus für Lehrer-Mitsprache. Unterrichtsministerin Heinisch-Hosek (SPÖ) will ein Aus für die Zwei-Drittel-Hürde von Schülern, Eltern und Lehrern zur Führung von verschränkten Ganztagsklassen.

"Wenn die Eltern von 15 Schülern, in manchen Fällen zwölf, das wollen, ist eine verschränkte Klasse zu führen", so die Ministerin im APA-Gespräch. "Dann sind Schulgemeinschaftsausschuss bzw. Schulforum nicht mehr beizuziehen."

In den nächsten Monaten soll Klärung her

"Wir fragen nur noch die Eltern", verwies die Ministerin auf das Regierungsprogramm. Dort ist vorgesehen, dass an jedem Schulstandort mit mehr als einer Jahrgangsklasse mindestens eine Klasse in verschränkter Form - also mit einem Wechsel von Unterricht, Lern- und Freizeit - geführt werden muss.

Voraussetzung: Die Eltern von 15, in manchen Fällen auch zwölf, Kindern müssen zustimmen. Kommt dies nicht zustande, muss es "in zumutbarer Entfernung" ein Angebot geben.

Derzeit kann die Einrichtung von verschränkten Klassen auch von einer Minderheit von Eltern-, Lehrer- oder Schülervertretern verhindert werden, da jeweils zwei Drittel zustimmen müssen. Dieses Programm soll demnächst gestartet werden - in den nächsten Monaten will die Ministerin klären, ob es zunächst nur in den unteren Schulstufen oder gleich in allen Schulstufen begonnen werden soll.

Ressortchefin appelliert an den "guten Willen" der Pädagogen

Mit den Ländern will die Ministerin demnächst über die Kooperation zwischen Kindergärten und Volksschulen verhandeln. Hier soll es eine Art verschränkte Schuleingangsphase zwischen dem letzten Kindergarten- und den ersten beiden Volksschuljahren geben. "Bei gutem Willen ist es möglich, dass Kindergarten- und Volksschulpädagoginnen zusammenarbeiten, ohne dass man gleich an 17 Zulagen denken muss."

Forcieren will Heinisch-Hosek die Schulautonomie. So sollen sich Schulen etwa leichter von 50-Minuten-Einheiten lösen können und Direktoren stärker bei der Lehrerauswahl mitreden können.

Unterricht in fachfremden Gegenständen: Angst "völlig unbegründet"

"Nicht vom Tisch" ist für Heinisch-Hosek die Gesamtschule. "Es gibt Interesse aus Vorarlberg, Tirol und Salzburg, Modellregionen zur gemeinsamen Schule zu initiieren." Diese könnte sich also über solche Schulversuchen über Österreich ausbreiten - "und wenn sie so kommt, solls mir auch recht sein."

"Völlig unbegründet" ist für Heinisch-Hosek die Angst der AHS-Lehrer, künftig auch fachfremde Gegenstände unterrichten zu müssen.

Das neue Dienstrecht habe hier die derzeit geltende Regelung übernommen und sogar verschärft: Nach einem Semester müsse ein Lehrer nun zustimmen, wenn er in einem anderen Fach eingesetzt werde und nach einem Jahr, wenn er in einem anderen Schultyp unterrichtet.