Erstellt am 06. März 2012, 14:38

Heinisch-Hosek will doch nur einen Papa-Monat. Frauenministerin Heinisch-Hosek tritt für einen verpflichtenden Papa-Monat ein, nicht für drei Monate direkt nach der Geburt, sagte sie am Dienstag.

Nach ihren Vorstellungen sollen Väter einen Rechtsanspruch auf einen Papa-Monat haben und die Betriebe verpflichtend einen solchen Papa-Monat anbieten. Bezahlt werden soll das ganze über das Kindergeld.

ÖAAB-Chefin Mikl-Leitner hatte am Wochenende drei Monate vorgeschlagen, in denen auch Väter nach der Geburt in Karenz gehen könnten. Heinisch-Hosek hatte sich darüber erfreut gezeigt. Darauf angesprochen, stellte sie nun klar, dass sie nicht für drei Monate direkt nach der Geburt eintrete. "Ich bin für mehr Väter-Karenz, wenn man da über Verpflichtungen zu reden beginnt, bin ich auch dabei."

Die ÖVP pocht in der Diskussion um die Einführung eines Papa-Monats auf Wahlfreiheit. Es brauche keine vom Staat verordnete Zwangsbeglückung, betonte Generalsekretär Rauch. Die FPÖ kritisierte sowohl SPÖ-Frauenministerin Heinisch-Hosek als auch die ÖVP. Für Kleinbetriebe wäre ein verpflichtender Papa-Monat ebenso wie drei Monate nicht ausführbar, erklärte Wirtschaftssprecher Themessl. Das BZÖ fordert ein Ende des "unseligen Streits".

"Der Kern dieser Diskussion ist: Will die SPÖ Eltern in eine Zwangsverpflichtung jagen, oder erkennt sie die Lebensrealitäten an und gibt Eltern jene Wahlfreiheit, die Familien benötigen?", so Rauch. Die Entscheidung, einen Papa-Monat zu nutzen, sollte keinesfalls per Gesetz verordnet werden.

Der FPÖ-Abgeordnete Themessl unterstellte Heinisch-Hosek ebenso wie ÖAAB-Chefin und Innenministerin Johanna Mikl-Leitner, "realitätsfern" zu sein. BZÖ-Familiensprecherin Ursula Haubner forderte ein Ende des "unseligen Streits"über die Väter-Karenz.