Erstellt am 24. März 2012, 09:29

Heinisch-Hosek will Frauenförderpläne. Geht es nach Frauenministerin Heinisch-Hosek, sollen Unternehmen dazu verpflichtet werden, Frauenförderpläne in ihren Betrieben zu verankern.

Die Ministerin drängt deshalb darauf, diese in der nächsten Gleichbehandlungsgesetzesnovelle festzuschreiben, die sie für Herbst erwartet. "Das wäre ein weiterer Puzzlestein für mehr Gleichberechtigung in der Arbeitswelt", meinte Heinisch-Hosek.

Die Frauenförderpläne sieht Heinisch-Hosek als Ergänzung zu den bereits eingeführten Einkommensberichten, zu deren Erstellung seit Jahresbeginn auch Unternehmen ab einer Firmengröße von 500 Beschäftigte verpflichtet sind. Die Einkommensberichte würden Gehaltsunterschiede aufzeigen und daraus seien Maßnahmen abzuleiten, wie man die Differenz beseitigt, erklärte die Ressortchefin. Laut ihrem Vorschlag sollten künftig Betriebe ab 100 Mitarbeiter die Pläne erstellen müssen. Die Verpflichtung wäre ein "sanfter Druck" und Heinisch-Hosek denkt auch an Sanktionen: "Man sollte ihn einklagen können, wenn er nicht gemacht wird. Das wäre ein erster Schritt."

Eine Novelle des Gleichbehandlungsgesetzes wird derzeit von den Sozialpartnern diskutiert. Die Ressortchefin drängt deshalb darauf, auch die verpflichtenden Frauenförderpläne darin aufzunehmen. Vorbesprochen sei die Forderung bereits mit dem Sozialministerium. Das Wirtschaftsministerium sei auf Beamtenebene informiert, so die Ministerin. Demnächst will Heinisch-Hosek mit Sozialminister Hundstorfer und Wirtschaftsminister Mitterlehner über diesen Vorstoß sprechen.

Die Frauenministerin verweist darauf, dass es in einigen Ländern wie etwa Australien, Nordirland oder Schweden bereits gesetzliche Verpflichtungen zur Erstellung von Frauenförderplänen gibt. "Österreich würde mit der gesetzlichen Einführung eine Vorreiterrolle einnehmen", so Heinisch-Hosek.