Erstellt am 31. Mai 2015, 16:48

von APA Red

Herbes Minus für Steindl beim dritten Versuch. Die ÖVP wird am Sonntag im Burgenland zwar wieder zweitstärkste Partei nach der SPÖ, musste mit Landesparteichef und Spitzenkandidat Franz Steindl aber herbe Verluste einfahren.

ÖVP-Zentrale nach der Hochrechnung  |  NOEN, Werner Müllner
Der Purbacher trat bereits zum dritten Mal an. Nach Abschaffung des Proporzes im östlichsten Bundesland ist ein Mitregieren für die Schwarzen nun aber nicht sicher.

Sechs Jahre im Nationalrat

Steindl wurde am 10. Jänner 1960 in Purbach geboren. Nach der Matura in Eisenstadt studierte er an der Universität Wien Volkswirtschaft. Politisch betätigte er sich zunächst in der JVP und beim ÖAAB, wo er von 1986 bis 1991 die Funktion des Landessekretärs ausübte. Ein Jahr später wechselte er in die ÖVP-Parteizentrale und war bis 1994 als Landesgeschäftsführer tätig.

Von 1994 bis 2000 gehörte Steindl dem Nationalrat an. In seiner Heimatgemeinde Purbach war er als Kommunalpolitiker erfolgreich: Er gewann 1992 den Bürgermeistersessel für die ÖVP und wurde damals Burgenlands jüngster Ortschef.

Im Jahr 2000 verließ er den Nationalrat und wurde Institutsleiter des WIFI Burgenland. Nach der überraschenden Rücktrittsankündigung von Landeshauptmannstellvertreter Gerhard Jellasitz am Abend der Landtagswahl vom 3. Dezember 2000 wurde Steindl bereits am nächsten Tag als Nachfolger präsentiert.

In seiner neuen Rolle sah er sich einer dominierenden SPÖ gegenüber. Das Verhältnis der Regierungsparteien war zunächst vom im Landtag praktizierten "Freien Spiel der Kräfte" bestimmt. 2005 gewann Steindl mit der ÖVP zwar dazu, die SPÖ konnte jedoch noch stärker zulegen und schaffte die Absolute Mehrheit.

Misstöne mit SP erst im Wahljahr

In den folgenden Jahren waren Konflikte zwischen den Regierungsparteien fast schon an der Tagesordnung. Das Scheitern der Verfassungsreform am Nein der ÖVP zur Proporzabschaffung mündete in vorgezogene Neuwahlen.

Fast harmonisch verlief dagegen die nun auslaufende Legislaturperiode, in der SPÖ und ÖVP auch die Reform der Landesverfassung - einschließlich der Beseitigung des Proporzes - zuwege brachten. Erst im Wahljahr kamen wieder Misstöne auf.

Für den Urnengang am Sonntag stand der Landeshauptmannstellvertreter bereits seit einem Jahr als Spitzenkandidat fest. Der ÖVP-Obmann hatte sich nach parteiinterner Kritik einer Urabstimmung unter den Parteimitgliedern gestellt und ging zumindest aus dieser gestärkt hervor.

Steindl ist verheiratet und hat zwei Kinder. Sein inneres Gleichgewicht findet er, wie er sagt, in der Musik. Während seines Volkswirtschaftsstudiums belegte er an der Musikhochschule Wien sechs Semester lang das Fach Konzerttrompete.

Steindl spielt seit jungen Jahren in einer Band und musiziert auch mit seinen Brüdern. Auch heute noch übt er fast jeden Tag eine Stunde Trompete und fährt dazu manchmal auch noch spätabends ins Probenlokal. Um fit zu bleiben, geht er auch ab und zu laufen.