Erstellt am 13. Oktober 2011, 12:18

Herkunftsländer sollen für Studenten zahlen. Salzburgs Landeshauptfrau Burgstaller tritt dafür ein, dass angesichts der immer größer werden Zahl von deutschen Studierenden an Österreichs Hochschulen die Herkunftsländer für ihre ins Ausland ausgewichenen Numerus-Clausus-Flüchtlinge den Studienplatz bezahlen sollen.

Salzburgs Landeshauptfrau Burgstaller tritt dafür ein, dass angesichts der immer größer werden Zahl von deutschen Studierenden an Österreichs Hochschulen die Herkunftsländer für ihre ins Ausland ausgewichenen Numerus-Clausus-Flüchtlinge den Studienplatz bezahlen sollen. Mit ihrem Plan sei sie bei EU-Bildungskommissarin Vassiliou auf offene Ohren gestoßen, so Burgstaller.

Vassiliou habe Österreich aufgefordert, Bündnispartner für eine diskriminierungsfreie EU-weite Lösung zu suchen, erklärte Burgstaller in Brüssel. Sie verwies darauf, dass der Anteil von deutschen Studenten beim Masterstudium Psychologie bei 86 Prozent im Studienjahr 2011/2012 liege. Nur 12,5 Prozent seien Österreicher, die restlichen 1,5 Prozent verteilen sich auf andere Staaten. "Ich bin sehr für eine offene Universität, aber das kann nicht zulasten der österreichischen Steuerzahler gehen". Außerdem gehe es auch um die Qualität eines Studiums. Wenn die Entsendestaaten für ihre in Österreich studierenden Jugendlichen bezahlen müssten, könnte dieses Geld dem Ausbau von Studienplätzen gewidmet werden.

Diese Regelung könnte auf lange Frist auch die jetzige Übergangslösung mit der Medizinerquote ablösen, die bis 2016 von der EU-Kommission geduldet wird. Burgstaller kann sich dann ab 2017 eine für alle Studienrichtungen geltende Vereinbarung auf EU-Ebene vorstellen. "Notwendig ist eine intelligente Lösung, die die Mobilität fördert und nicht diskriminierend ist". Sie habe auch schon mit der schottischen Bildungsministerin gesprochen, die ein ähnliches Problem mit den Briten habe. Vergleichbare Probleme gebe es auch zwischen Belgien und Frankreich, Belgien und den Niederlanden sowie auch zwischen Portugal und dem spanischen Galizien.

Zu einer Studiengebühr bekennt sie sich grundsätzlich, obwohl damit das Problem nicht gelöst würde. "Aber man kann das jetzt nicht einführen, weil die Bedingungen für die Studierenden so schlecht sind."