Erstellt am 27. August 2012, 14:29

Heuer weniger Schüler. Im Burgenland geht mit dem neuen Schuljahr die Schülerzahl um 241 von insgesamt 32.600 auf vorläufig 32.359 zurück. Dies sei durch die demografische Entwicklung bedingt, erklärte Landeshauptmann Hans Niessl am Montag vor Journalisten in Eisenstadt.

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Während in den Volks- und Hauptschulen sowie in den Gymnasien Rückgänge zu verzeichnen seien, gebe es bei den berufsbildenden Schulen ein Plus. Diese Entwicklung wirke sich auch bei den Lehrern aus: An den Pflichtschulen gebe es 111 Pensionierungen und 90 Neuaufnahmen, erläuterte der Amtsführende Landesschulratspräsident Gerhard Resch.

In den Bundesschulen (allgemeinbildende höhere Schulen/AHS und berufsbildende mittlere und höhere Schulen/BMHS) würden 69 Junglehrer aufgenommen. Das Motto sei: "Geld wird im Klassenzimmer investiert und wir sparen in der Verwaltung", sagte Niessl. Im Bereich des Landesschulrates und der Bezirksschulräte seien deshalb 13 von 82 Bediensteten eingespart beziehungsweise nicht nachbesetzt worden. Bei der Schulaufsicht habe man fünf Planstellen nicht nachbesetzt. Bei den Bezirksschulinspektoren wolle man statt mit sieben künftig mit vier auskommen.

In den vergangenen Jahren habe das Land auch bis zu 70 Pflichtschullehrer bezahlt, was sich im Schnitt einschließlich der Lohnnebenkosten pro Dienstposten mit rund 40.000 Euro zu Buche schlage. Auf zehn Jahre gerechnet sei das "ein guter zweistelliger Millionenbetrag", der außerhalb der eigentlichen Verpflichtung für das Bildungssystem zur Verfügung gestellt wurde, meinte Niessl. Dies solle "kein Dauerzustand sein". Man müsse Strukturen anstreben, "dass nicht auf Dauer das Land Kosten der Lehrer übernimmt, weil wir dafür nicht zuständig sind."

Der Ausbau ganztägiger Schulformen solle fortgesetzt werden, so Resch. Die Neue Mittelschule (NMS) wird österreichweit von Schulversuchen ins Regelschulwesen übergeführt. Im Burgenland werde ab heuer nur mehr eine einzige Schule - in Jennersdorf - als Hauptschule geführt. Auch dort würden bereits die Abstimmungen über eine Umstellung laufen. "Wir werden gemeinsam mit Vorarlberg die ersten sein, die die Umstellung haben", so Resch.

Drei kleine Volksschulen wurden geschlossen, damit liege man im Schnitt der vergangenen Jahre, erläuterte der Landesschulratspräsident. Im Vergleich mit den anderen Bundesländern habe das Burgenland im Schnitt immer noch die kleinsten Klassen, so Niessl.