Erstellt am 11. Februar 2015, 07:04

von Wolfgang Millendorfer

„Hilfeschrei“: Kampf um Spitalsärzte. Spitzenmediziner und Patienten klagen: Zu wenig Kapazitäten, zu lange Wartezeiten. Politik setzt auf Verhandlungen.

»Unerträgliche Belastung«: Resinger, ärztlicher Leiter des Eisenstädter Krankenhauses, fordert Maßnahmen. Foto: Privat  |  NOEN, Privat
Obwohl man sich auf eine Verschlechterung der medizinischen Versorgung durch das neue Arbeitszeitgesetz eingestellt hatte, hat es dieser „Hilfeschrei“ in sich: Nach einer Sitzung fordern Burgenlands Primarärzte zusätzliche Dienstposten und höhere Grundgehälter, denn die Gesundheitsversorgung sei akut gefährdet.

„Belastung seit einem Monat unerträglich“

Seit Jahresbeginn „zwingt“ das neue Gesetz Spitalsärzte zur Einhaltung von kürzeren Arbeitszeiten. Die Folge: Patienten müssen auch bei Routine-Eingriffen länger warten, Operationen werden verschoben. Laut Ärztekammer-Präsident Michael Lang muss man sich als Patient darauf in den kommenden Monaten einstellen.




Zugleich warnt Mathias Resinger, ärztlicher Leiter am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder und Primarärzte-Sprecher: „Die Belastung ist seit einem Monat eigentlich unerträglich. Einen derartigen Grad an Demotivation wie an einigen Abteilungen haben wir noch nie gesehen.“

Verhandlungen: Noch weitere Runden nötig

„Künstliche Panikmache“ ortet Gesundheitslandesrat Peter Rezar angesichts dieser Aussagen. Er verweist auf die gesicherte (Akut-)Versorgung und die nächste Verhandlungsrunde am 25. Februar. Geht es nach den Ärzten, ist ein neues Gehaltsschema das erste Rezept. In anderen Bundesländern habe man bereits reagiert; Ärzte werden offensiv abgeworben. „Wir befinden uns im beinharten Wettbewerb!“

Den Vorwurf Resingers, die Landespolitik habe zu spät entsprechende Maßnahmen ergriffen, kann René Schnedl, Geschäftsführer der Krankenanstaltengesellschaft nicht nachvollziehen: „Ich verstehe die Sorgen der Ärzte und den Ärger mancher Patienten, aber es geht hier um die Umsetzung einer umfassenden Strukturreform.“

Dabei sei das Gehalt nur einer von vielen Faktoren. Mit einem Übergangs-Konzept will man nun für kurzfristige Entlastung sorgen.