Erstellt am 15. Februar 2012, 14:20

Hochegger-Kontakte zu Ex-Politikern aller Parteien. In den Jahren 2000 bis 2010 sollen 28 ehemalige Politiker, frühere Kabinetts- und Parteimitarbeiter sowie ehemalige Funktionäre aller Parteien für die Firmen des Lobbyisten Peter Hochegger gearbeitet haben, wie dieser in einem "News"-Interview behauptet.

Hochegger gilt als zentrale Figur in zahlreichen vermeintlichen Korruptionsfällen rund um die Telekom Austria.

Hochegger gab an, zehn dieser "Mitarbeiter" seien von der SPÖ gewesen, sieben von der ÖVP, sechs aus dem FPÖ- bzw. BZÖ-Lager und fünf von den Grünen. Die Vorsitzende des U-Ausschusses, Gabriela Moser (Grüne), zähle nicht dazu, meinte Hochegger auf Nachfrage. Stattdessen nannte er SPÖ-Telekomsprecher Kurt Gartlehner und Ex-FPÖ-Telekomsprecher Reinhard Firlinger, sie hätten für ihn im Rahmen ihrer Beratungsfirmen gearbeitet. Die Felder der Zusammenarbeit hätten keine Bereiche der Telekom betroffen.

Dass er Ex-Vizekanzler Gorbach für die Novelle der Universaldienstverordnung rund 240.000 Euro gezahlt haben soll, bestritt Hochegger. Er sei von der Telekom in das Projekt weder eingebunden noch im Detail darüber informiert worden. Überhaupt habe es in den 13 Jahren bis 2009, die er für die Telekom-Gruppe als Berater tätig war, "weder den Auftrag an mich noch den Versuch, Gesetze bzw. Verordnungen zu kaufen", gegeben.

Bei seinen Einvernahmen "zum ersten Mal gehört" hat Hochegger eigenen Angaben zufolge, dass die Telekom eine Mio. Euro an das BZÖ gezahlt haben soll. Die Behauptung, er habe das Geld vermittelt, verwundere ihn. Er habe mitbekommen, dass der BZÖ-Politiker Klaus Wittauer für die Telekom tätig war. Hochegger soll am morgigen Donnerstag dem Korruptions-U-Ausschuss Rede und Antwort stehen.

"News" veröffentlicht zudem Mails, die die ÖVP unter Druck bringen. Das Magazin verfügt nach eigenen Angaben über 200.000 E-Mails, die weder dem parlamentarischen U-Ausschuss noch der zuständigen Staatsanwaltschaft vorliegen sollen. In einem Mail ist die Rede von der Zusage der Telekom von 100.000 Euro über den Lobbyisten Hochegger an die ÖVP-Bundespartei.