Erstellt am 18. März 2015, 06:05

von Wolfgang Millendorfer

Hochzeit mit Hindernissen. Trauungen außerhalb des Standesamtes unterliegen strengen Regeln. Sogar die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Der schönste Tag. Aber nur, wenn die Regeln eingehalten werden. Mehr auf Seite 29 der dieswöchigen BVZ. Foto: Bilderbox  |  NOEN, www.BilderBox.com
Immer mehr Brautpaare entdecken jetzt im Frühling regionale Sehenswürdigkeiten für ihre Trauungen. Und die Gemeinden freut‘s – gelten Hochzeiten doch vor allem auch als Wirtschaftsfaktor. Die Bürgermeister haben jedoch dafür Sorge zu tragen, dass das Regelwerk eingehalten wird (siehe unten). Denn: In zumindest zwei Fällen wird derzeit gegen Standesbeamte wegen Amtsmissbrauchs ermittelt.

Heikle Frage nach dem Zuständigkeitsbereich

Dabei geht es, so die Auskunft der Staatsanwaltschaft, um „Fragen der Bezahlung“ und Überschreitungen des Zuständigkeitsbereiches – und dieser liegt für den Standesbeamten immer nur in seiner Kommune.

Laut Erich Hahnenkamp (Foto links) von der Gemeindeabteilung können sich auch Ortschefs über den Landes-Erlass nicht hinwegsetzen: „Viele lassen sich die Freigabe von Trauungsorten im Gemein-  derat absegnen.“

Als Landesleiter der Standesbeamten betont auch der Güssinger Gilbert Lang: „Die Vorgaben sind einzuhalten. Bestimmen kann das nur die Gemeinde.“ Eine einheitliche landesweite Regelung sei aus seiner Sicht aber wünschenswert.

Bei aller Strenge geht es für Lang und seine Kollegen letztlich aber um das Brautpaar: „Man kann sich ruhig öffnen und raus aus dem Amt gehen. Es soll ja der schönste Tag im Leben sein …“


Strenge Regeln für Brautpaare

  • keine Trauungen in fahrenden Verkehrsmitteln – aufgrund der Frage der örtlichen Zuständigkeit

  • Wiederholbarkeit – Trauungsort muss für alle zugänglich sein (also auch keine Privatgärten)

  • angemessener Trauungsort – nicht im Zirkuszelt, Sauna etc.

  • keine Trauungen bei Sportveranstaltungen oder beim Sport

  • Schutz der Unterlagen – unter freiem Himmel muss zumindest ein stabiler Baldachin bereitstehen

  • Trennung zwischen Kirche und Staat – keine standesamtlichen Trauungen am Kirchen-Vorplatz