Erstellt am 25. Mai 2016, 03:54

von Wolfgang Millendorfer und Alexandra Gollubics-Prath

Hofers „Heimsieg“ reichte nicht aus. Van der Bellen gewinnt nur in sieben Gemeinden, Hofer erreicht 61,4 Prozent. Am Ende jubelten die Van-der-Bellen-Fans.

Norbert Hofer  |  NOEN, APA/HERBERT PFARRHOFER
Während sich die beiden Präsidentschaftskandidaten lange ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten, fiel das Ergebnis im Burgenland bereits am Sonntag deutlich aus: FPÖ-Kandidat Norbert Hofer kam dann auch nach Auszählung der Briefwahlkarten auf 61,4 Prozent der Stimmen und konnte sein bestes Bundesländer-Ergebnis einfahren. Ex-Grünen-Chef Alexander Van der Bellen kam mit 38,6 Prozent auf sein schlechtestes, zieht mit bundesweit 50,3 Prozent aber in die Hofburg ein.

Hofer lag in 164 der insgesamt 171 burgenländischen Gemeinden vorne. Sein bestes Ergebnis erreichte er in Wiesfleck mit 83,10 Prozent, in seiner Heimatgemeinde Pinkafeld kam er auf 73,02 Prozent. Das beste Bezirksergebnis fuhr Hofer im Bezirk Jennersdorf mit 71,1 Prozent ein. Generell lag das Südburgenland unter den Top-Gemeinden Hofers weit vorne.

Bis auf sieben Orte ist das Land „blau“

Die Karten-Ansicht des Wahlergebnisses zeigte es noch am Sonntag überdeutlich: Das Burgenland ist das einzige Bundesland, in dem alle Bezirke blau eingefärbt waren.

In nur sechs Gemeinden und der Landeshauptstadt hatte Alexander Van der Bellen die Nase vorn, nämlich in Wulkaprodersdorf, Baumgarten, Draßburg, Hirm, Sigleß und Stinatz, wo er mit 64,4 Prozent auch sein bestes Burgenland-Ergebnis erzielte. Unter Van der Bellens „Top-Sieben“ liegen gleich fünf Gemeinden im Bezirk Mattersburg.

In Wörterberg, wo der Ex-Grünen-Chef lange Zeit einen Zweitwohnsitz hatte (siehe auch Seite 2), erreichte er 40,4 Prozent der Stimmen. Spannend blieb es in Eisenstadt: War die Landeshauptstadt zunächst die einzige, in der Van der Bellen nicht vorne lag, so drehte sich mit den Briefwahlkarten das Ergebnis: 50,3 für den ehemaligen Grünen-Chef, 49,7 für Hofer.

Im FPÖ-Büro im Eisenstädter Landhaus kam am Wahlsonntag angesichts des Landes-Ergebnisses zunächst verhaltener Jubel auf. Nach dem vorläufigen Endergebnis hieß es aus dem Büro von FP-Obmann und Landesvize Hans Tschürtz, dass man die Niederlage zwar bedauere, sich mit Norbert Hofer im Team jetzt aber auf die nächste Nationalratswahl konzentrieren werde.

„Zusammenhalten für ein gemeinsames Ziel“

Jubel gab es bei den Van-der-Bellen-Unterstützern im Burgenland und bei Grünen-Landessprecherin Regina Petrik, die wie der neue Bundespräsident auf Konsens setzt: „Es geht da-rum, gemeinsam zu überlegen: Wie schaffen wir es, unser Ziel zu erreichen? Ein Österreich, das sich gut nach außen präsentiert und gut zusammenhält, wenn wir nach innen schauen.“

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