Erstellt am 22. Mai 2016, 19:27

von Wolfgang Millendorfer

Hoffen auf Wahlkarten.... Vor Auszählung der Wahlkarten zeigen sich sowohl Grüne als auch FPÖ im Burgenland zuversichtlich. SPÖ, ÖVP und LBL wünschen sich vom künftigen Bundespräsidenten einen neuen Stil.

Hofer-Fans im FPÖ-Büro: Landesrat Alexander Petschnig, Landesvize Hans Tschürtz, Dritte Landtagspräsidentin Ilse Benkö und FPÖ-Klubchef Géza Molnár (vorne, v.l.) mit FPÖ-Anhängern.  |  NOEN, Wolfgang Millendorfer

Die Wahlbeobachter im Landhaus und in einem Eisenstädter Stadtlokal hatten sich zwar auf eine spannende Stichwahl eingestellt – mit einem derartigen Finale hatten aber auch sie nicht gerechnet. Am Abend des Wahlsonntags überwog sowohl bei den Grünen und Van-der-Bellen-Unterstützern als auch bei den Freiheitlichen der Optimismus.

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Grünen-Landessprecherin Regina Petrik zeigte sich im BVZ-Gespräch „sehr zuversichtlich, dass sich der Trend für Alexander Van der Bellen mit den Wahlkarten fortsetzt“. Gemeinsam mit zahlreichen Sympathisanten beobachtete man die Hochrechnungen in einem Restaurant in der Eisenstädter Fußgängerzone.

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Zum Wahlkampf zog Petrik bereits jetzt eine positive Bilanz: „Das Besondere im Burgenland war, dass sich viele Menschen, die nicht aus dem grünen Wählerkreis kommen, von selbst gemeldet und ihre Unterstützung angeboten haben. Das zeigt, dass es Alexander Van der Bellen schon im Wahlkampf gelungen ist, alle an einen Tisch zu bringen. Und das wird ihm auch als Bundespräsident gelingen.“

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Im Landhaus versammelten sich die Hofer-Fans im FPÖ-Klub und im Büro von Landesvize Hans Tschürtz, der via Handy stets Kontakt zu seinem Bundes-Chef Heinz-Christian Strache hielt. Auch Tschürtz gab sich am Abend des Wahlsonntags „hoffnungsvoll“ und meint: „Vielleicht geht es sich noch aus. Ich glaube, dass es bei der Briefwahl erstmalig eine Trendumkehr gibt.“ Von einer „Spaltung“ in der Bevölkerung will Tschürtz nicht sprechen: „Das wurde bewusst hochgespielt. Sollte Norbert Hofer Bundespräsident werden, gibt es eine Einigung und keine Spaltung.“

Reaktionen der anderen Landtagsparteien:

SPÖ-Landesgeschäftsführer Helmut Schuster: „Dass der Südburgenländer Hofer im Burgenland im Vergleich zu Van der Bellen mit 62,97 Prozent überproportional gut abgeschnitten hat, liegt auf der Hand. Deswegen ist der Wahlausgang im Burgenland auch keine Überraschung. Egal wer der nächste Bundespräsident sein wird, er muss die entstandenen Gräben zuschütten und als Brückenbauer fungieren.“

ÖVP-Landesparteiobmann Thomas Steiner: „In einer Demokratie gilt die Entscheidung der Wähler. Das Ergebnis ist daher zu respektieren, egal wer das Rennen machen wird. Die Aufgabe des neuen Bundespräsidenten wird es sein, im Land vermittelnd zu agieren und Österreich in der Welt dem hohen Amt entsprechend zu vertreten. Parteipolitik hat hier nichts verloren.“

LBL-Chef Manfred Kölly: „„Die rückwärtsgerichtete Politik des Stillstands wurde bei dieser Bundespräsidentenwahl abgestraft. Die Menschen haben die Nase voll von der rot-schwarzen Regierungspolitik. Das spiegelt sich auch im Ergebnis wider. Ganz egal, wer am Ende als neuer Bundespräsident angelobt wird, es muss eine neue Art von Politik an den Tag gelegt werden.“