Erstellt am 23. März 2011, 15:09

Hubert Pirker: "Ich bin kein Lobbyist". Der Kärntner ÖVP-Politiker Hubert Pirker hat sich am Dienstag gegen Vorwürfe gewehrt, er ziehe als Lobbyist ins EU-Parlament ein.

 |  NOEN, JEON HEON-KYUN (EPA)
Pirker wird auf das Mandat von Ernst Strasser nachrücken, der am Sonntag in Folge der "Lobbyisten-Affäre" zurückgetreten war. "Ich bin kein Lobbyist", sagte Pirker der APA, er habe mit seiner Firma "EU-Triconsult" lediglich Lobbyisten-Dienste angeboten. Diese habe aber keiner seiner Kunden in Anspruch genommen.

   Pirker saß bereits zweimal für die ÖVP im Europaparlament, von November 1996 bis Juli 2004 und erneut von Februar 2006 bis Juli 2009. Zwischen seinen Amtsperioden betätigte sich der studierte Pädagoge als Wirtschaftsberater. Seine Firma habe er am Montag "stillgelegt" - "das Unternehmer gibt es nicht mehr", sagte Pirker.

   Im EU-Parlament machte sich Pirker als Leiter der Korea-Delegation einen Namen und half bei der Vorbereitung des Freihandelsabkommens zwischen der EU und Südkorea mit, das im Februar 2011 verabschiedet wurde. Mit seiner Firma spezialisierte er sich auf die Beratung von Unternehmen, die auf der koreanischen Halbinsel tätig sind, sowie koreanischen Firmen mit Geschäften im EU-Raum. Auf der Webseite von "EU-Triconsult" warb Pirker damit, dass sein "spezifischer Erfahrungshintergrund direkte Zugänge und persönliche Kontakte zu den Entscheidungsträgern und Gesetzgebern auf europäischer Ebene ermöglicht". Die Homepage des Unternehmens war am Dienstag nicht mehr erreichbar.

   Als designierter EU-Mandatar sprach Pirker sich für härtere Regeln für Lobbyisten aus. Wie eine solche Regelung aussehen soll, könne er aber im Moment nicht sagen, so Pirker.