Erstellt am 15. November 2012, 18:42

Hundstorfer legte Modell für Sozialjahr vor. Sollte sich der SPÖ-Wunsch nach einer Abschaffung der Wehrpflicht erfüllen, gäbe es nun auch eine Alternative für den damit wegfallenden Zivildienst. Sozialminister Hundstorfer stellte am Donnerstag sein mit den Trägerorganisationen ausverhandeltes Modell für ein freiwilliges soziales Jahr vor. Vorgesehen sind demnach 8.000 Personen jährlich, die 14 Mal im Jahr 1.386 Euro brutto verdienen sollen.

Er könnte "mit gutem Gewissen für die österreichische Bevölkerung" sagen, dass eine Aufrechterhaltung der Dienstleistungen auf hohem Niveau mit diesem Modell garantiert werden könne, betonte Hundstorfer nach einer letzten Gesprächsrunde mit den Trägerorganisationen.

Die schon zuvor wochenlang diskutierten Eckpunkte sind im fertigen Modell teilweise noch verändert worden. Gleich geblieben ist, dass das Sozialjahr allen Männern und Frauen ab 18 Jahren offen stehen soll, Pensionsbezieher ausgenommen. Dafür werden sie 14 Mal im Jahr mit 1.386 Euro brutto entlohnt.

Neu ist, dass das Modell nun Plätze für 8.000 Personen jährlich vorsieht, nicht wie ursprünglich angedacht 6.500. Auch die Kosten haben sich gegenüber den anfänglichen Schätzungen von 147 Mio. Euro erhöht - und zwar auf 211 Mio. Euro im Jahr. 40 Mio. Euro übernehmen die Trägerorganisationen. Zum Vergleich: Die direkten Kosten für die derzeitigen Zivildiener betragen 142 Mio. Euro.

Die ÖVP steht auch dem adaptierten Sozialjahr-Modell äußerst kritisch gegenüber. ÖVP-Generalsekretär Rauch sprach am Donnerstag in einer Aussendung von einem "Hüftschuss, der unausgegoren und unabgesprochen vorgelegt" worden sei.

Die Trägerorganisationen waren teils zufrieden, teils aber weiterhin skeptisch. Für die Caritas etwa ist Hundstorfers Modell ein "brauchbarer Kompromiss", die Lebenshilfe sieht hingegen noch viele offene Fragen. Vor allem dürfe das neue Modell für die Träger nicht teurer werden.