Erstellt am 03. April 2013, 00:00

„Ich kämpfe weiter“. Preisabsprachen / Unternehmer Peter Peninger hat der „Baumafia“ den Kampf angesagt. Jetzt wartet er auf die Entscheidung der Staatsanwälte.

»Auch meine Familie leidet unter dem Druck.« Unternehmer Peter Peninger mit seinem Sohn Peter und gesammelten Unterlagen zu seinem Fall - nur einer von unzähligen Aktenordnern.  |  NOEN, Foto: Millendorfer

Mehr als ein Jahr ist es her, dass der Neufelder Rohrleitungsunternehmer Peter Peninger seine insolvente Firma schließen musste. Jetzt hofft er auf mögliche Korruptionsverfahren – und auf Schadenersatz-Zahlungen in Höhe von 36,1 Millionen Euro.

Wie die BVZ berichtete, hatte sich der Pipeline-Unternehmer, der mit bis zu 100 Mitarbeitern Fernwärme-Projekte in ganz Österreich abgewickelt hatte, gegen Korruption in der Baubranche zur Wehr gesetzt und nach eigenen Angaben sogar Morddrohungen erhalten. „Weil ich bei den Preisabsprachen nicht mitgemacht habe, bin ich für viele zum Problem geworden“, meint Peninger.

Im Visier hat der Unternehmer Projekte, bei denen er im Vergabeverfahren wissentlich übergangen worden sei. Neben der bekannten Kritik an der Fernwärme Wien nennt Peninger nun auch geplante Projekte in burgenländischen Gemeinden: „In einzelnen Fällen habe ich die gesamte Vorarbeit geleistet, bekam den Auftrag aber nicht.“

„Ich habe die Szene in Aufruhr versetzt“

Peningers Verdacht: Mit den „realistischen Preisen“ seiner Anbote habe er die Szene in Aufruhr versetzt und sei deshalb mehrfach ausgebootet worden. Ein Verdacht, der derzeit von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) untersucht wird. Das bestätigt WKStA-Sprecher Erich Mayer: Zwei Verfahren wegen Preisabsprachen seien anhängig. „In der Angelegenheit hat es bereits Hausdurchsuchungen gegeben. Jetzt muss sehr viel Material gesichtet werden.“ Wie lange die Erhebungen noch dauern, sei deshalb unklar.

Peter Peninger jedenfalls will durchhalten: „Bei mir heißt es nicht David gegen Goliath, sondern David gegen hundert Goliaths. Ich weiß so viel, ich könnte ein Buch schreiben. Aber das will ich nicht. Ich möchte nur meine Firma wieder aufmachen und neue Arbeitsplätze  schaffen.“