Erstellt am 25. Januar 2012, 00:00

„Ich liebe Güssing!“. Aufregung um nicht erfolgte Einladung des Landeshauptmannes.

Arnold Schwarzenegger zu Besuch im AktivPark  |  NOEN, LEXI
VON WOLFGANG MILLENDORFER

„Da muss ich nach Güssing kommen, um noch so einen Medienrummel zu erleben!“ – Als Arnold Schwarzenegger am Sonntag aus seinem Mercedes stieg, hatte er bereits einen wahren Party-Marathon in Kitzbühel hinter sich.

Beim Besuch in der Öko-Vorzeigestadt gab sich der Ex-Gouverneur dennoch entspannt. Genau drei Stunden reichten ihm dann, um mit Charme und Botschaft im Südburgenland Eindruck zu hinterlassen. Entsprechend herzlich wurde Schwarzenegger von Bürgermeister Peter Vadasz und einigen hundert Schaulustigen empfangen, als er kurz nach Mittag beim Aktivpark Güssing eintraf.

Autogramme für die Fans,  Schnitzel & Wein für Arnie

Die Nähe zu seinen Fans suchte der Mann, der laut Vadasz „berühmter als jeder andere lebende Österreicher ist“, von Anfang an, erfüllte zumindest einige der unzähligen Autogrammwünsche, schüttelte Hände und schwang zum Radetzkymarsch der Güssinger Stadtkapelle den Taktstock. Die Fans dankten es mit Jubel und Ehrfurcht: Nicht wenige rangen nach Luft, als sie dem „Gouvernator“ Aug in Aug gegenüberstanden.

Nach dem Mittagessen (mit Schnitzel, Apfelstrudel und burgenländischem Wein) setzte sich Schwarzenegger hinters Steuer eines Elektroautos (auf dem Beifahrersitz: Agrarminister Nikolaus Berlakovich), fuhr zur Blitz-Besichtigung einzelner Güssinger Öko-Betriebe – und kam damit zum Kern seines Besuches, wie er in seiner Abschlussrede mit emotionalen Worten unterstrich: „Ihr alle habt erkannt, wie der Weg in eine bessere Zukunft aussehen muss. Die ganze Welt soll Güssing werden, alle sollen es euch nachmachen!“

Gegen „zerstörerische Kräfte“ kämpft der Actionstar außer Dienst nämlich immer noch, gegen „kranke Energie“, die mit positiver bekämpft werden müsse. Einen Mitstreiter für seinen „Öko-Kreuzzug“ hat Schwarzenegger in Bürgermeister Peter Vadasz gefunden: „Ich bin sein größter Fan! Und ich liebe Güssing. Denn da ist die Welt schon eine bessere geworden.“ Ganz klar, dass zum Abschied weitere Treffen in Aussicht gestellt wurden. Die passenden Worte dafür zu finden, fiel dem berühmten Gast nicht schwer: „I‘ll be back!“

Dem Jubel im Güssinger Technologiezentrum folgte Schwarzeneggers filmreifer Abschied unter Umarmungen und Gedränge.

Polit-Gerangel begleitete  den Startreff in Güssing

Dass die (Ex-)Hollywood-Ikone künftig tatsächlich öfter in Österreich als „Berater“ zu sehen sein könnte, wird in Polit-Kreisen ja bereits gemunkelt. Politische Wellen schlug der sonntägliche Auftritt aber aus einem anderen Grund: Denn die Landes-SPÖ reagierte verschnupft darauf, dass Bürgermeister Vadasz zum Startreff nur die ÖVP-Riege eingeladen hatte. SP-Klubchef Christian Illedits konterte mit Arnies früherem Action-Konkurrenten: Im „Rambo-Stil“ habe Vadasz eine „parteipolitische Inszenierung“ eingefädelt, für die ihm der „Oscar für Arroganz“ gebühre.

Vadasz selbst winkt ab und spricht lieber über seinen schlagkräftigen Partner: „Dieser Tag hat unsere Freundschaft gestärkt.“