Erstellt am 29. Juni 2011, 00:00

„Ich will die Sache hinter mich bringen“. ORTSCHEF-PROZESS /  Nach dem Wahlfälschungs-Skandal sieht Wilhelm Heißenberger seiner Verhandlung „gelassen entgegen“.

Warten auf den Prozess: Wilhelm Heißenberger einen Tag nach dem Geständnis. Am Donnerstag sitzt er vor Gericht.TANZLER  |  NOEN
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VON WOLFGANG MILLENDORFER UND MICHAELA TANZLER

„Es hat mich in jeder Form ständig belastet. Deshalb ist es wichtig, dass ich die Sache jetzt hinter mich bringe.“ Wenige Tage vor seinem Prozess wegen Amtsmissbrauch gibt sich Wilhelm Heißenberger im Gespräch mit der BVZ gelassen. Der ehemalige Bürgermeister von Unterrabnitz Schwendgraben und Ex-VP-Abgeordnete hat bis zuletzt für Schlagzeilen gesorgt: Nach der Landtagswahl 2010 gab er zu, 13 Wahlkarten gefälscht zu haben.

Mit seinem Anwalt bereitete sich Heißenberger Anfang der Woche noch auf die Verhandlung vor, die am Donnerstag vor dem Eisenstädter Landesgericht über die Bühne gehen wird. Weitgehend geständig hatte sich der Ex-Politiker, der inzwischen alle Ämter zurücklegte, bereits in den Einvernahmen der Korruptionsstaatsanwaltschaft gezeigt.

Reform auch bei allen  Wahlen im Burgenland

Auch politisch hat der Skandal Auswirkungen: Nach der kürzlich erfolgten Briefwahl-Reform auf Bundesebene werden in den kommenden Monaten im Burgenland ebenfalls Schritte gesetzt, um Wahlfälschungen und „taktischem Wählen“ so weit als möglich den Riegel vorzuschieben. Die entsprechende Änderung der Gemeinderatswahl-Ordnung soll noch diesen Herbst im Landtag beschlossen werden – rechtzeitig vor den Kommunalwahlen 2012 –, die Novelle der Landtagswahl-Ordnung folgt.