Erstellt am 09. November 2016, 16:41

von APA Red

Flüchtlings-Aufgriffszahlen schwanken stark. Bundesheer und Polizei haben im Burgenland heuer bisher 5.900 Menschen aufgegriffen, weil sie unrechtmäßig in Österreich aufhältig waren, zog Landespolizeidirektor Martin Huber am Mittwoch in Eisenstadt eine Zwischenbilanz.

Martin Huber. Foto: Bernhard Fenz  |  Bernhard Fenz

Die Zahlen schwankten von Woche zu Woche stark. Für Polizei und Bundesheer beginne bei den Grenzkontrollen nun Phase Zwei. Es gelte dabei, die Einreisekontrollen zu verbessern.

"Wir haben gestern alleine 29 Aufgriffe im Burgenland gehabt. Die gesamte Vorwoche waren es zehn, in der Woche davor wieder rund 70. Wir hatten im Frühjahr eine Woche mit 400 Aufgriffen", berichtete Landespolizeidirektor-Stellvertreter Werner Fasching.

"Wir stufen die Lage als labil ein"

Mehr als 10.000 Menschen befänden sich an der serbisch-ungarischen Grenze, wobei man nicht wisse, "wie das weiter verlaufen wird". In Griechenland seien es 60.000 bis 65.000, die sich irgendwann in Bewegung setzen könnten. Erfahrungsgemäß sei in der Winterzeit jedoch eher weniger zu erwarten: "Von dem gehen wir momentan auch aus", meinte Fasching.

Die Top-Drei-Nationalitäten der Aufgegriffenen seien derzeit Afghanistan, Pakistan und Syrien, berichtete Huber. "Hotspot" dabei und bei der Schlepperkriminalität sei mit 70 Prozent der Bezirk Neusiedl am See. Bis Mittwoch wurden 103 Schlepper festgenommen. Sie stammen zum überwiegenden Teil aus Ungarn, Rumänien und Serbien, so Huber.

"Wir stufen die Lage als labil ein", erläuterte der Landespolizeidirektor. Nach wie vor gebe es in Nordafrika Tausende, die fluchtwillig seien und auf die Weiterreise nach Europa warten. In Süditalien gebe es nach wie vor Wochen mit Zehntausend Anlandungen am Seeweg. Dazu kämen die Krisen in Syrien und im Irak sowie die labile Lage in der Türkei.

In den vergangenen Wochen wurden 16 Grenzübergänge winterfest gemacht, berichtete Huber. Betreffend Verbesserung der Einreisekontrolle müsse das Ziel eine mehrspurige Abfertigung sein, damit Reisende nicht lange warten müssten, so Huber.

Das Bundesheer unterstütze die Polizei besonders an der Grünen Grenze und an den kleinen Grenzübergängen. Alle Assistenzsoldaten werden bezüglich ihrer Aufgaben in der Landespolizeidirektion in Eisenstadt ausgebildet. Sowohl der Landespolizeidirektor als auch Burgenlands Militärkommandant Oberst Gernot Gasser betonten die "hervorragende" Zusammenarbeit der eingesetzten Kräfte.

Der Einsatz habe auch eine humanitäre Dimension: So wurden 700.000 Portionen Verpflegung ausgegeben. Noch immer seien rund 150 Flüchtlinge in militärischen Liegenschaften untergebracht. Im Burgenland seien 450 Soldaten, eingeteilt in drei Kompanien, in den Landesteilen eingesetzt sei, sagte der Militärkommandant. Auch Drohnen wurden bei der Grenzüberwachung bisher zweimal zu Testzwecken eingesetzt - beide Male mit sehr positivem Ergebnis.