Erstellt am 11. September 2012, 11:40

In Österreich wenig Chancen auf Bildungsaufstieg. Die Chancen auf einen Bildungsaufstieg sind in Österreich nur gering. Das zeigt die am Dienstag veröffentlichte OECD-Studie "Bildung auf einen Blick".

Hierzulande erreichen nur 26 Prozent aller 25- bis 34-jährigen, die nicht bzw. nicht mehr studieren, einen höheren Bildungsstand als ihre Eltern - damit liegt Österreich in der OECD an siebentletzter Stelle. Der OECD-Schnitt liegt bei 37 Prozent. Die größten Chancen auf einen Bildungsaufstieg gibt es demzufolge in Polen und Irland, wo 64 bzw. 57 Prozent einen höheren Bildungsstand als die Eltern erreichen. Die geringste sogenannte "Aufwärtsmobilität" weisen Estland (16 Prozent), die Slowakei (18 Prozent), Deutschland (20 Prozent) und die USA (22 Prozent) auf.

Nach wie vor extrem niedrig ist in Österreich auch die Akademikerquote bzw. die Hochschulabschlussquoten bei den 25- bis 34-Jährigen. Die Akademikerquote (Anteil der 25- 64-Jährigen mit Hochschulabschluss) beträgt in Österreich nur 19 Prozent (OECD-Schnitt: 31 Prozent). Noch bedenklicher sieht es bei den Jungen aus. Nur 21 Prozent der 25- bis 34-Jährigen in Österreich verfügen über einen Hochschulabschluss - schlechter liegt in der OECD (Schnitt: 38 Prozent) nur die Türkei (17 Prozent). Die OECD ortet in dieser Entwicklung für Österreich eine "besonders deutliche nachteilige Situation".

OECD-Bildungsexperte Andreas Schleicher hält den hierzulande häufigen Verweis auf ohnehin steigende Absolventenzahlen für zu kurz gegriffen: "Österreich bewertet sich da aber nur selbst in der eigenen Zeitreihe, ohne zu schauen, was sonst in der Welt passiert: Jeder wird hier besser, Österreich ist da eher langsamer. Man muss sich heute mit den globalen Trends vergleichen."

Studiengebühren sind nach Ansicht Schleichers jedenfalls kein Hindernis für den Bildungsaufstieg von Kindern aus schlechter verdienenden Haushalten. "Wenn man sich fragt, was behindert die Bildungsmobilität, dann gelten Studiengebühren zwar im öffentlichen Bewusstsein als Hinderungsgrund. Dazu gibt es aber in der Datenlage keinen Hinweis. Wir können das so gut wie ausschließen", so Schleicher im Gespräch. "Das große Hindernis ist vielmehr die Schule." Dort stelle der soziale Hintergrund sehr wohl einen Faktor für Aufstiegsschwierigkeiten in weiterführende Schulen dar.